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Emerich Zinner.
Von dem Wagen Nr. I gehören 30, von jenem Nr. 2, 6, von Nr. 3, 12 und von Nr. 4, 4 Stück zu einem Park.
Von jeder diefer vier Gattungen warje ein Stück in Modell ausgeftellt.
Die erften drei Gattungen find gleich und der Hauptfache nach von der Bauart der öfterreichifchen Wagen; doch bietet diefe Gleichartigkeit nur fcheinharen Vortheil, indem für jeden Wagen befondere, verfchieden geftaltete Einrichtungsbeftandtheile beftehen, um denfelben zur Aufnahme des KriegsbrückenMateriales geeignet zu machen, fo dafs jeder Wagen doch nur zu der ihm zuge wiefenen Beftimmung verwendet werden kann.
Der Wagen Nr. I entspricht unferem Balkenwagen, doch führt er 7 Balken, 2 Schnürbalken, 25 Pfoften und 6 Halbpfoften nebft anderen kleineren Gegen ftänden; jener Nr. 2 unferem Bockwagen, doch führt er keine Landfchwellen, welche nebft Pfoften, Ankern, Seilen und diverfem kleinerem Materiale und allen Rudern auf dem Wagen Nr. 3 verladen find; die Wagen Nr. 4 endlich, welche wie fchon einmal hervorgehoben wurde, alle Rudergabeln enthalten, entſprechen unferen Requifitenwagen.
Als gut zu bezeichnen ift die Einrichtung, welche die Verladung der Pontone, gleichviel ob Mittel- oder Vorderftück, auf jeden Wagen ohne Unterfchied erlaubt. Sie find, wie bei uns mit dem Pontonboden nach oben gekehrt, verladen.
Unter den Pontonen liegen auf dem Geräthe Anker und Seile bei allen Brückenwägen.
Als abweichend von den öfterreichifchen Wagen kommt hervorzuheben: Die gröfsere Spurweite von 60 Zoll ruffifch oder 58 Zoll öfterreichiſch, die gleiche Höhe der Räder, welche alle vier einen Durchmeffer von je 50 Zoll( 47%) haben, wobei die Wagen jedoch die ganze Wendung behalten; eine andere Sperrvorrichtung, ähnlich unferer alten, beftehend aus Radfchuh mit Kette und Eisring. Bemerkenswerth ift noch die veränderte Deichfel und das Reibfcheit, eine Einrichtung, welche auch, wie fchon gefagt, die ganze Wendung erlaubt. Letzteres ift mit der auf der Deichfel befeftigten, unbeweglichen Wage verbunden.
Die Wage ift doppelt und derart verlängert, dafs darauf vier Wagdrittel Platz finden. Es gehen alfo hier, wie es fcheint, für gewöhnlich vier Pferde neben einander an der Stange und nur zwei Pferde voraus.
Es ift diefs jedenfalls eine Befpannungsweife, die in manchen Lagen wird dahin abgeändert werden müffen, dafs alle Pferde nur paarweife gehen, was aber nur Zeitverlufte verurfacht.
Wenden wir uns zu dem zweiten Ausftellungsobjecte, welches eine aus gröfseren Modellgeräthen gefchlagene normale Kriegsbrücke mit drei fchwimmenden Unterlagen, nebft einen befonders aufgeftellten Bocke darftellte. Diefe Brücke weicht nach Zufammenfetzung und Material wenig von der entfprechenden öfterreichifchen Brücke ab.
Die Pontone, ebenfalls aus Eifen erzeugt, zeigen gar keine Flofs wändigkeit, das heifst die Seitenborde ftehen zum Pontonboden unter einem rechten Winkel, auch find die Borde etwas niedriger, als die unferer Pontone. Die hiedurch erzielte geringere Schwankung ift dabei jedenfalls auf Koften der Lenkfamkeit erzielt worden.
von den öfter Die Pontonverbindungen differiren ebenfalls reichifchen. Bei den oberen haben die Schraubenmuttern Flügel, die unteren beftehen aus ftarken Eifenbändern mit Oefen, deren jeder Pontontheil beider feits an den Bordwänden eines trägt, und aus einer zweizackigen Gabel, welche mittelft eines Kettchens an der Bordwand hängt, und zur Verbindung der Fontone von oben in die Oefen eingefteckt wird.
Die Ruder find bedeutend kürzer als unfere, was wohl von den niedrigeren Bordwänden abhängig gemacht wurde.