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Emerich Zinner.
brücken laffen, welche die Anwendung nur ftehender Unterlagen erlauben. Ueberdiefs find bei diefen Stegen auch die Anforderungen bezüglich ihrer Tragfähig. keit, gegenüber den geführten Brücken, auf ein geringeres Mafs herabzufetzen. die Equipage.
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Die Einheit eines folchen Gebirgsbrücken- Trains welche auf zwanzig Laftthieren fortgefchafft wird, erlaubt die Herftellung eines Brückenfteges von 27-863 Meter(= 100 Fufs fpanifch= 88 Wiener Fufs). Zum Setzen, beziehungsweife Hinausfchieben der Böcke wird eine eigene BockfetzMafchine mitgetragen.
Ohne in eine nähere Erörterung des Materiales und deffen Anwendung einzugehen, wird nur noch bemerkt, dafs die Verpackungsweife auf die Laftthiere eine verfchiedene ift, und dafs nur wenige diefer Zwanzig, ganz gleich ausgerüftet find. An Hauptgeräthen fchaffen fie fort: II Bockfchwellen fammt den dazu gehö rigen Füfsen, 40 Balken, 102 Ganzpfoften etc.
Das Perfonale zur Bedienung hiezu theilt fich in zwei Theile: Zur Führung der Saumthiere find 22 Mann und zur Aufficht dazu 2 Unterofficiere beftimmt; zur Bedienung der Brücke felbft find beftimmt: 1 Oberofficier, der zugleich Comman dant des ganzen Convois ift, 1 Cornet, 1 Sergeant, 3 Corporale und 13 Pontoniere. Von diefem fpanifchen Gebirgsbrücken- Train nun hat das fpani fche Kriegsminifterium durch das Ingenieurcorps Modelle in 1 der natürlichen Gröfse zur Ausftellung gebracht, welche hinfichtlich der Ausführung, fowohl was Genauigkeit des Geräthes und der Packfättel, als Sauberkeit anbetrifft, volle Bewunderung verdienen und wofür wir der fpanifchen Kriegsverwaltung umfomehr Dank wiffen, weil fie uns hiedurch mehr als durch die beften Zeichnungen in den Stand fetzte, ihre zweckmäfsigen Einrichtungen ftudiren zu können.
Von den vier beladenen Maulthieren trägt eines derfelben zwei Böcke fammt den Fufsen und Beifüfsen, ein anderes 18 Pfoften und 3 Bockfchuhe, ein drittes trägt beiderfeits des Tragfattels je eine Kifte mit Werkzeugen und das vierte endlich ift ausgerüftet mit 12 Schaufeln, 12 Krampen und 6 Haken, welch' letz teres diefe Werkzeuge beiderfeits zu gleichen Theilen auf dem Packfattel in Ringen und Schleifen, fehr zweckmäfsig verforgt, trägt. Die Schaufeln find im Blatte viereckig, fchneidig und etwas rund gebogen; die Krampen find nach Art der italienifchen geformt und beftielt; die Hacken nach Form unferer Waldhacken, nur gröfser. Das letzterwähnte Maulthier mit der Werkzeug- Ausrüftung gehört eigentlich nicht zum Gebirgsbrücken- Train, fondern es foll eines derjenigen Trag. thiere vorftellen, wie folche bei den Schanzzeug- Colonnen ausgerüftet find.
Von diefen letzteren Objectsgegenständen wurde nur darum eigene Notiz genommen, weil auch Oefterreich, vermöge feiner geographifchen Länder befchaffenheit, fich in neuerer Zeit beftimmt gefunden hat, feine Pionnierausrüftung für einen Gebirgskrieg zu vervollſtändigen Es ftellt zu diefem Zwecke für eine Feldcompagnie einen Convoi von 38 Tragthieren zufammen, welche jedoch nicht mit Brückenmaterial, fondern nur mit Werkzeugen allerlei Art, in Kiften verpackt, zu den verfchiedenartigften technifchen Verrichtungen, alfo auch zur Herftellung von Nothbrücken, beladen find. Ein Theil diefer Tragthiere dient blofs zur Fortbringung der Etapen, der Mannfchaftstornifter, der Kanzlei, der Referve- Montursgegenstände, der Officiersbagagen und zwei diefer Thiere find blofs für die Referve beftimmt.
Deutfchland war nur mit einem einzigen Ausftellungsobjecte durch die Firma Jakob Hilger aus Rheinbrohl in Rheinpreufsen vertreten.
Diefer Gegenftand war ein aus verzinktem Eifenblech erzeugter Ponton der preufsifchen Kriegsbrücke.
Die Form und feine Zweckmäfsigkeit kommen hier aufser jeden Betracht; es fei nur erwähnt, dafs der neun Zollcentner fchwere Ponton in feinen Hauptabmel fungen 7.50 Meter zur Länge und 150 Meter zur Breite zeigte, dafs die Blechftärke an