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Genie- und Pionnierwesen : (Gruppe XVI, Section 3) ; Bericht ; Militär-Unterrichtswesen : (Gruppe XVI, Section 5) ; Bericht / von Moriz Brunner ; Johann Lauer ; Emerich Zinner
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Emerich Zinner.

Leitung, refpective die Verfchiebung des Apparates an der Klemmfchraube und am Sproffenrade beforgt. Während nun die Arbeit in der einen Richtung erfolgt, mufs der für die Zufchlichtung des Bettmateriales beftimmte Arbeiter dort, wo fich nach der Preffung zu wenig Material gezeigt hat, abermals die entſprechende Menge zufchlichten, worauf fodann der Apparat noch eine Rückwärtsbewegung und abermalige Preffung vornimmt.

Gewöhnlich, wie die Erfolge bis jetzt dargethan haben, genügen zwei Bewegungen längs der zu unterftopfenden Schwelle, um eine vollkommene und ganz fefte Preffung des Materiales zu erzielen.

Noch kommt zu erwähnen, dafs der Apparat ohne Störung des Verkehres feinem Dienfte obliegen kann, indem er von blos zwei gefchickten und mit der Operation vertrauten Arbeitern innerhalb der Zeit von 15 bis 30 Secunden ohne Verletzung ficher aufser dem Bereiche jener Gefahr gebracht, und ebenfo fchnell wieder in das Geleife gebracht und eingeftellt werden kann. Es wird alfo feine eigene Arbeitsleiftung ftets nur kurz unterbrochen.

Als Hauptvortheile feines Apparates gibt der Erfinder Erfparnifs an Arbeitskräften und Werkzeugen und in Folge deffen an Koften, ferner Correctheit der geleifteten Arbeit, Unabhängigkeit von ungeübten und oft unverlässlichen Hilfsarbeitern, nebft noch mehreren anderen Vortheilen an. Auch behauptet derfelbe, dafs der Apparat, wie diefs Parallelverfuche dargethan haben follen, hinfichtlich der Schnelligkeit der Arbeitsleiftungen den jetzigen Arbeitsmethoden nicht nachfteht.

Jedenfalls müffen erft praktiſche Verfuche über den Werth diefer Erfindung

entfcheiden.

Den verfchiedenen Bahnverwaltungen dürfte der Univerfal- Egalifator jeden­falls ein willkommenes Ausrüftungsftück zu den Bahnerhaltungs- Werkzeugen etc. mehr fein; ob aber diefer Apparat, wie der Erfinder glaubt, auch in der Militärtechnik eine günftige Rolle zu spielen berufen fein wird, mufs theilweife fchon jetzt bezweifelt werden.

Beim Feldeifenbahn- Bau wird nach Koften und grofser Genauigkeit der Bau- Ausführung nicht gefragt, dagegen nur Schnelligkeit und Benütz barkeit überhaupt vor Allem gefordert. Darum müffen auch den Feldeifen bahn- Abtheilungen gegebenen Falles fo viele Arbeiter, theils aus dem Civilftande, theils vom Militär felbft zugewiefen werden, als fie zur fchnellen Löfung ihrer Aufgabe überhaupt nur bedürfen. Man wird in diefem Falle doch zugeben müffen, dafs die neue oder zu berichtigende Niveauherftellung jedenfalls fchneller zu Stande kommen müffe, wenn Partien aus geübten Arbeitern von Strecke zu Strecke vorarbeiten, indem fie vielleicht jede 10. oder 20. gut einnivellirte Stofsfchwelle ordnungsmäfsig legen und unterftopfen, während alle übrigen Partien à 4 Mann per Schwelle, wie bisher, entſprechend in der Zwifchenftrecke vertheilt werden. Auf diefe Weife werden immer ganze Theilftrecken auf einmal fertig, eine Leiftung, welche durch den Univerfal- Egalifator niemals zu erreichen ift. Dennoch aber ift eine paffende und nützliche Verwendung desfelben für den Feldeifenbahn­Bau nicht ausgefchloffen; man kann denfelben nämlich an Stelle der Vorausarbeiter. Partien fubftituirt denken, wo er gewifs gute Dienfte leiften wird. Ebenfo wäre er zum Legen eines neuen Oberbaues oder zu einer theilweifen Auswechslung des felben gut zu gebrauchen, wenn er zugleich die Rolle eines Transportwagens übernimmt, indem auf den circa 3:50 Meter langen und 0.60 Meter breiten eifernen Rahmen nicht weniger als 48 Stück Schienen und 60 Stück Schwellen Platz finden.

Die Aufnahme desfelben in die Ausrüftung der Feldeifenbahn- Abtheilungen ift allerdings nicht empfehlenswerth, weil der ganze Apparat, wenn auch zerlegbar eingerichtet, einerfeits zu complicirt ift, daher eine zu forgfame Verpackung erfor dert und nur mit zeitraubender Arbeit wieder zufammen zu ftellen wäre, ander feits aber auch viel zu fchwer ift, da er 6-8 Zollcentner wiegt. Freilich find wohl,