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Genie- und Pionnierwesen : (Gruppe XVI, Section 3) ; Bericht ; Militär-Unterrichtswesen : (Gruppe XVI, Section 5) ; Bericht / von Moriz Brunner ; Johann Lauer ; Emerich Zinner
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Das Pionnierwefen.

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vorhanden. Die eine befteht darin, dafs man auf die Enden der Achfen, welche hier auf 21 Zoll Länge mit 5 Linien Stärke quadratisch geformt find, eine kleine Kurbelwinde mit Räderwerk auffteckt und mittelft derfelben einfach mit der Hand und nach Bedarf die Rolle in Bewegung fetzt.

Eine andere Einrichtung ift ftabil am Hinterwagen links, hinter dem Achs­ftocke befeftigt. Es liegt ihr die an und für fich gewifs gute Idee zu Grunde, die Bewegung des Wagenrades auf eine der Drahtrollen zu übertragen und dadurch einen befonderen Arbeiter zu erfparen. Zu diefem Behufe ift am Tafelrahmen. eine verticale und nur an ihrem oberen Ende nach auswärts gebogene eiferne Stütze fix angebracht. In diefem gebogenen, gabelförmig gebildeten Theile hängt auf einem Achfenbolzen ein zweiarmiger Hebel. Von diefem, um den Achfenbolzen drehbaren, ungefähr zwei Fufs langen Hebel dient der längere Arm nur als Griff, an dem kürzeren Arme jedoch hängt an einem beweglichen Gliede eben jenes eigenartig geftaltete Bindeglied, welches die Bewegungen des Rades auf die Rolle zu übermitteln hat.

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Diefes Bindeglied, 14 Zoll lang, befteht wieder aus zwei fehr ungleich langen Theilen, die mit Ringen in einander hängen; der kurze Theil aus dem Ringe und einer angefchweifsten Hülfe beftehend- gehört blofs zum Aufftecken auf jene Achsenden, die man eben in Bewegung fetzen will; gegen das Ende des langen Theiles dagegen find hart neben einander zwei Kautfchukrollen, je Zoll breit, die äufsere blofs 31½ Zoll, die innere 6 Zoll im Durchmeffer haltend, aufge­fteckt und befeftigt; neben diefer aber ift eine lofe, verfchiebbare Hülfe ange. bracht, auf welcher die gliederartige Verbindung mit dem Eingangs befchriebenen Handhebel hergestellt erfcheint.

Nach diefen Auseinanderfetzungen ift es wohl klar, dafs es, wenn die Hülfe des Bindegliedes auf die betreffende Drahtrolle aufgefteckt ift, ftets blofs eines einfachen Druckes auf den Handhebel bedarf, um das Bindeglied ein- oder aus­zufchalten, das heifst alfo Bewegung hervorzurufen oder einzuftellen, je nach­dem die eine oder die andere Kautfchukrolle mit dem Hinterrade in Berührung gefetzt wird oder nicht. Selbſtverſtändlich erfolgt die Bewegung um fo rafcher, wenn die Berührung mit den kleineren Rollenrädchen erfolgt, was durch die ent­fprechende Handhabung des Hebels erreicht wird.

Da die Tragftütze für die ganze Einrichtung, wie fchon einmal erwähnt wurde, hinter dem Achsftocke am Rahmen fix angebracht ift, fo kann die Mani­pulation des Auf- und Abwickelns des Drahtes auf diese Weife nur bei den rückwärtigen Rollen gefchehen, doch hat diefs nichts auf fich, da die Rollen gegen. feitig in ihren Lagern beliebig und rafch verwechfelt werden können.

Ob diefe Auf- und Abwindmethode mit Zuhilfenahme der Radbewegung für alle Fälle, wo man mit den Wägen noch fahren kann, namentlich bei Fahrten über fehr unebenen Boden, fich praktiſch erweifen wird, müfsten wohl erft aus­gedehntere Fahrverfuche zeigen. Doch ift auch die Frage nach der Legung oder Errichtung von Leitungen im unwegfamen Terrain nicht unbeachtet geblieben, ja auf eine höchft einfache und praktifche Weife gelöft worden. Zwei Mann nämlich, nach der Richtung der herzuftellenden Linie neben einander gehend, tragen jeder auf der Bruft einen kaum 10 Zoll im Quadrate haltenden Polfter mit ftarkem Leder, Gurtenbefatz und eifernen Befchlägen. Diefer Polfter wird an Gurten über den Schultern hängend getragen und ift um den Leib mit Riemen feft gefchnallt. An den eifernen Befchlägen find Haken angebracht, in welche eiferne Rollenhalter- Stäbe eingelegt werden. Diefe Stäbe erfcheinen an den inneren Enden cylindrifch ausgebohrt und haben die Draht­rollen Achfe aufzunehmen. Die fefte Verbindung der Drathrollen- Achfe mit den Stäben wird durch Klemmfchrauben bewirkt.

An den äufseren Enden find die Rollenhalter- Stäbe zum Aufftecken der Windenkurbel quadratifch geformt. Diefe Windenkurbel wird während des Fort­fchreitens zum Auf- oder Abwickeln entſprechend durch einen Mann bewegt,