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Militärfanität und freiwillige Hilfe im Kriege.
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Lohner Jacob, Wagenfabrikant in Wien. Transportwagen für Verwundete( 4 liegende und 2 fitzende oder 8 fitzende), dem öfterreichifch deutfchen Ritterorden angehörig, gebaut nach Profeffor Mundy's Angaben. Der erfte Wagen diefer Art wurde von Profeffor Mundy bei der Weltausftellung in Paris 1867 exponirt. Er war von Locati in Turin erbaut und erhielt damals den erften Preis. Soweit der Katalog.
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Zur näheren Erklärung diene, dafs der ursprüngliche Wagen nur 2 Liegende aufnehmen konnte, und später erft für 4 Liegende eingerichtet wurde. Es waren auch im Pavillon beide Modelle ausgeftellt. Der urfprüngliche Wagen hat ein breites Fahrgeleife Artilleriegeleife vollſtändigen Durchlauf mit relativ hohen Rädern, ein feftes Dach ohne Gallerie, ein Coupé und einen breiten Innenraum. An jeder Langwand ift ein fefter, nicht entfernbarer ungepolfteter Sitz angebracht, und zwifchen beiden ein Mittelgang freigelaffen. Der Raum unter den Sitzen ift hohl und dient zur Aufnahme der Waffen und etwaigen Gepäckes. Der Wagen kann nicht Tragbahren jeder Art aufnehmen, fondern hat eigene beſtimmte Tragen: das Mundy'fche Planum inclinatum duplex, welches ich fchon bei den Stadt Tragbahren erwähnt und näher befchrieben habe. Die Tragbahren haben an der Unterfläche der Tragftangen vor den umklappbaren Füffen vier kleine Eifenrollen, welche das Hineinfchieben der Bahre auf den hiezu eigens mit kleinen Eifenfchienchen verfehenen Sitzgeftellen erleichtern. Bei Benützung des Wagens für Sitzende fetzen fich die Bleffirten einfach auf die ganz horizontal geftreckte Bahre. Bei der Anwendung für Liegende kommen diefelben gleichfalls auf die Bahren, denen man dann nur je nach Bedarf eine mehr weniger erhöhte Kopfftellung oder auch die Form der doppelgeneigten Ebene geben kann. Das Coupé hat für drei Perfonen Platz. Der hintere Zugang zum Wagen ift durch einen feften Klappboden abfchliefsbar, eine Vorrichtung, die als fehr zweckmäfsig bezeichnet werden mufs, da das Fahren im Train ein Hineinftofsen der Deichfel des nachfahrenden Wagens beim plötzlichen Anhalten der Colonne möglich macht. Weiters hat der Wagen die bequeme Einrichtung, dafs die Seitenwände des Wagens beweglich find, und nach aufsen und abwärts umgeklappt werden können. Die durch das Abklappen horizontal fich ftellende Seitenwand jeder Seite kommt über den Achfen der Räder zu ftehen, und ftellt hiedurch das befte und bequemfte Trittbrett dar, welches den Verwundeten jede Hilfeleiftung zu bringen geftattet. Freilich hat diefs den Uebelftand, dafs, falls durch Nachläffigkeit während der Fahrt die Seitenwände aufgeklappt blieben, fie beim Anfahren an einen feften Gegenftand befchädigt oder ganz abgeriffen werden könnten, ein Grund, der Profeffor Mundy auch bewogen zu haben fcheint, diefe Einrichtung bei feinen neueften Modellen wegzulaffen, und dafür durch engere und fchmälere feitliche Trittbretter zu erfetzen, welche nicht über das Niveau der Räderachfe hervorragen und daher auch nie abgeriffen werden können. Freilich verwerfen Manche auch diefe fo nothwendigen Vorrichtungen unter dem Vorwande, dafs während des Fahrens Leichtverwundete in ihrer Todesangft fich daran fitzend oder ftehend anklammern, und dabei in Gefahr, befchädigt zu werden, gerathen könnten, abgefehen von der dadurch bedingten abfoluten Vermehrung der Wagenlaft.
Diefer Wagen wurde fpäter infoferne modificirt, als er für 4 Liegende eingerichtet wurde. Von der Vor- und Rückwand des Wagendaches, entſprechend der Mitte des Wageninnern gehen vom Dache je eine ftarke Eifenftange nach abwärts bis etwa zur Mitte des Abftandes zwifchen Dach und Boden. Jede Stange theilt fich an ihrem freien Ende in je zwei kleine divergirende Branchen, welche ihrerfeits kurze Lederringe tragen zur Aufnahme der inneren Tragbahren- Stangen Die äufseren Dachpfeiler tragen in entſprechender Höhe die äufferen Lederringe zur adäquaten Befeftigung der äufferen Tragftangen. Bei Verwendung des Wagens für Sitzende kann man die eifernen Tragftangen mittelft Charnierbewegung gegen die Innenwand des Wagendaches umlegen und dafelbft befeftigen. Die Kürze des