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Dr. Mofetig von Moorhof.
Eckpfeilern im Innern des Wagenkaftens angebracht, welche am oberften Ende je ein Zahnrad befitzen. Zwei horizontale Eifenfpeichen greifen mit ihren termi nalen Zahnrädern in die vorhin genannten und werden durch Drehen der erfteren gleichzeitig, wenn auch in anderer Richtung, mitbewegt. Eine Kurbel fetzt die ganze Mafchinerie in Gang. An den horizontalen Dachfpeichen find nun breite Gurten befeftigt, welche je nach den Drehungen der Speichen auf diefen auf- oder abgerollt werden. Eine Sperrfeder endlich, welche in die Kurbelzähne eingreift. geftattet den Mechanismus in jedem Momente zu ftoppen. Denkt man fich nun, dafs die 4 Gurten je 2 Querhölzer tragen, welche der Wagenbreite entſprechend lang find und dafs auf diefe 2 Querhölzer die 2 oberen Tragbahren gelegt werden, fo wird man begreifen, wiefo man im Stande fei, letztere in jede beliebige Höhe hinaufzuwinden und dortfelbft hängend zu fixiren. Von den zwei Traverfen oder Querhölzern ragen weiters 8 kleine Riemen nach abwärts, die an ihrem Ende eiferne Haken tragen; je 4 davon haben die Beftimmung, die 4 Tragftangen einer weiteren Bahre aufzunehmen. Wir können fomit fagen, 2 Tragbahren ruhen auf dem Aufzugsgerüfte der Winde, während die 2 unteren von letzterem mittelft Riemen getragen werden, fonach die Aufzugswinde die Aufgabe hat, 4 Tragbahren fchwebend zu erhalten. Die Entfernung der oberen und unteren Tragbahren von einander ift, weil die Länge der Tragriemen eine gegebene ift, ftets die gleiche und unveränderliche, während die Lage der Gefammtbahren zum Wageninnern beliebig geregelt werden kann. Windet man das Aufzugsgerüfte höher dem Wagendache zu, fo bleibt auf dem Boden noch ein benützbarer Raum übrig. Es iſt nicht zu leugnen, dafs der Vortheil, die beladenen Tragbahren mit fehr geringer Kraftentfaltung denn die fchwächlichfte Perfon kann die Kurbel mit einer Hand in Bewegung fetzen in eine belfebige Höhe bringen und fixiren zu können, fehr beftechend ift. Man erfpart Menfchenhände und Zeit, und falls mit der längeren Benützung bei vollkommener Sicherheit ein Verfagen des Mechanismus fich nicht leicht einftellen würde, wäre allerdings diefe Anwendung der Transmiffion der gröfsten Berücksichtigung werth. Diefsbezügliche praktiſche Erfahrungen ſtehen leider nicht zu Gebote, da die Conftruction diefes Wagens in die Periode nach dem deutfch- franzöfifchen Kriege fällt. Begreiflicherweife läfst fich diefer Wagen nicht zur Hälfte für Liegende und zur Hälfte für Sitzende einrichten, da die Tra verfen diefes hindern; bei der Einrichtung für Sitzende allein wird das Aufzugs gerüft zum Plafond hinaufgekurbelt und die Sitzbänke aufgeftellt.
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Praktiſch fcheint in dem erften, dem Mundy- Kellner'fchen Wagen eine Einrichtung, welche das Hineinfchieben der beladenen Tragbahren von rückwärts in das Wageninnere erleichtert. Wenn nämlich die Tragbahre an den Wagen kommt, fo mufs fie nothwendigerweife zuerft mit den Vorderfüfsen auf den Boden des Wagens gelegt und hierauf erft hineingefchoben werden. Das Hineinfchieben der beladenen Bahren wäre nun auf den rauhen Brettern des Wagenbodens nicht fehr leicht ausführbar, denn abgefehen von der Erfchütterung und den Stöfsen, die der Bleffirte hiebei erleidet, würden auch die Füfse der Tragbahren fehr darunter leiden und eventuell auch brechen.
Kellner hat defshalb auf dem Boden des Wagens zwei viereckige Blechfchalen angebracht, die zur Aufnahme der Vorderfüfse der Trage beftimmt find. Die Zweizahl der Schalen erklärt fich aus der Zweizahl der Tragbahren, die ftets neben einander hineingefchoben werden. Jede Schale befitzt in der Mitte ihrer unteren Fläche ein kleines Rad, welches feinerfeits wieder in je einer auf dem Boden des Wagens der Länge nach ausgefchnittenen und mit Blech ausgelegten Hohlrinne wie in einem Geleife läuft. Die Tragbahren werden auf diefe Weife leicht, fchnell und gleichmäfsig, ohne Stofs und Erfchütterung nach einander hineingehoben, dann erft vom Boden abgehoben und in die entsprechenden Tragriemen fuspendirt. Bei der Voiture a treuil ift leider diefe Vorrichtung nicht anzubringen, weil bei diefer im Momente des Ladens die Querhölzer auf dem Wagenboden aufliegen und die Tragbahren über diefe hineingehoben werden müffen.