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Militär-Sanität und freiwillige Hilfe im Kriege : (Gruppe XVI, Section 3) ; Bericht / von Mosetig von Moorhof, k.k. Primararzt und Universitätsdocent
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Militärfanität und freiwillige Hilfe im Kriege.

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treten ift, ergibt fich die Nothwendigkeit, an den Seitenwandungen hufeifenförmige, eiferne Federn anzubringen, welche den Anprallftofs verringern. Die Federung der Zarge befteht darin, dafs knapp unter der Klammer eine Federfpirale ange­bracht wurde, ähnlich der Vorrichtung in den preufsifchen Lazarethwagen IV. Claffe. Ein Mantelofen mmmt die Mitte der einen Seitenwand ein.

In dem füdlichen Transepte der amerikaniſchen Abtheilung im Induftrie­palafte ftellte Evans das kleine Modell eines Harris'fchen Lazarethwag­gons aus, der fchon in der letzten Parifer Ausstellung zu fehen war. Es iſt einer jener grofsen, vierachfigen Salonwagen, wie fie in Amerika für den gewöhnlichen Perfonenverkehr gebräuchlich find.

Die Wagen find ausnehmend lang, haben Kopfthüren und Plattformen und neben den gewöhnlichen feitlichen Wagenfenftern noch eine die ganze Länge des Daches einnehmende Lanterne mit aufklappbaren Seitenfenftern. Für Lazareth­zwecke werden fämmtliche Sitze entfernt und dafür zwei Reihen vom Dache bis zum Boden reichender Pfoften angebracht, welche die laterale innere Befeftigung der Tragbahren an Gummiringen beforgen, wogegen die laterale äufsere Befefti­gung mit gleichen Ringen an den Seitenwänden erfolgt. Der Mittelgang bleibt frei. Die Tragbahren werden in drei Reihen übereinander fuspendirt, fo dafs ein einzelner Wagen 30 Bleffirte aufnehmen kann. Die Enden des Wagens find theils zu einem kleinen Zimmerchen, theils zu der Ofen- und Clofetanlage benützt. Wir müffen uns vom hygienifchen Standpunkte gegen die fo maffenhafte Anhäufung von Kranken und Bleffirten in einem relativ doch fo befchränkten Raume aus­fprechen, und zu Transportzwecken für die Benützung von nur zweiachfigen Wagen mit Kaften geringerer Dimenfion plaidiren.

Noch müffen wir zum Schluffe zweier Waggongeftelle gedenken, die von Lipowfky und von Wahl in Stuttgart ausgeftellt wurden. Es find diefs maffive, länglich viereckige Holzgeftelle, welche zwei übereinander hängende Bettladen gut federnd tragen. So vorzüglich auch die Federung fein und fo excellent man auch darauf ruhen möge, fo find fie doch im Felde unpraktifch, denn wie kann man fie im Nothfalle bekommen, wo foll man diefen aufbewahren, um fie bei der Hand zu haben? Nebftdem empfehlen fie fich auch nicht ihrer Koftfpieligkeit wegen, die Eifenbahn- Gefellfchaften hingegen follten folche Geftelle in allen gröfseren Sta­tionen vorräthig haben, um bei etwaigen Eifenbahn- Unglücken rafch zweckmäfsige Lager zum Transporte der verunglückten Paffagiere zur Hand zu haben. Diefe Geftelle können in jeden beliebigen Wagen untergebracht werden.

Zu diefer Kategorie von Geftellen wäre auch noch die in einem der fran­zöfifchen Wagen untergebrachte Tragfchwebe des Grafen Beaufort( suppor­toir élaftique) zu rechnen. Sie befteht aus zwei viereckigen Holzrahmen, welche mit eifernen Spiralfedern concentrifch mit einander verbunden find. Der äufsere gröfsere Holzrahmen kommt auf dem Boden des Wagens zu liegen, der innere, etwas kleinere nimmt die Tragbahre auf. Diefe Beaufort'fchen Schweben federn aus­gezeichnet und fchwingen nach jeder Richtung; auch find fie, weil höchft einfach, leicht zu befchaffen, fehr billig und nehmen, ihrer Kleinheit wegen, auch wenig

Platz ein.

Zum Schluffe mufs ich noch eine Zeichnung erwähnen, welche ein Project zur Einrichtung von Sanitätszügen für die öfterreichifche Armee darftellte. Die Eifenbahn Directionen in Oefterreich wollten nämlich bis in die jüngfte Zeit nicht zugeben, dafs in den Waggons überhaupt, gleichgiltig, ob Güter- oder Perfonen­wagen, Sparren, Haken, Ringe oder dergl. angebracht würden, und daher hat das Kriegsminifterium Tragbahren bauen laffen, welche zu Betten hergerichtet

werden können.

Sie beftehen aus einem hölzernen Traggeftelle, welches von zwei hohen Querfedern getragen wird und mit ftarkem Segeltuch überfpannt ift. Wegen der Höhe der Federn bleibt nun zwifchen der Bahre und dem Boden des Wagens ein grofser Raum über, der laut Reglement nur im Winter mit Stroh, Seegras, Wald­