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Militärfanität und freiwillige Hilfe im Kriege.
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Das Dach hatte Steinpappe- Ueberzug. An der gefchloffenen Hinterwand des Flug daches waren in gleichen Abftänden 5 Fenfter, an den zwei Seitenwänden je I Fenfter untergebracht, alle etwas mehr als 2 Meter über dem Fufsboden. Diefer Punkt kann nicht genug pointirt werden, denn die tägliche Erfahrung zeigt, dafs man in Betreff der Höhe der Fenfter in allen Lazarethen und felbft in den ftabilen Hofpitälern infoferne arg fündigt, als man fie relativ zu der Bettenhöhe viel zu nieder macht, wodurch der Kranke während des Ventilirens dem Luftzuge ausgefetzt bleibt. Diefe Fenfter hatten zwei getrennte, nach unten und oben theilbare Flügel, welche fich um eine mittlere Achfe drehend, das Oeffnen nach innen zu oder nach aufsen hin geftatteten. Die vordere offene Wand der Barake wurde durch 12 Stützpfeiler des Daches in 13 gleiche Felder getheilt, welche durch eben fo viele Segeltuch- Plachen gefchloffen werden konnten. Die Vorhänge waren auf eifernen Stäben couliffenförmig verfchiebbar, und ein Schnurzug ermöglichte deren augenblickliches Oeffnen oder Schliefsen. Weiters waren an der Frontfeite der Barake auf eine Entfernung von 5 Meter 4 Meter hohe mobile Stangen angebracht, auf welche die Plachen bei fchönem Wetter in ftark vorgeneigter Lage befeftigt. wurden, fo dafs dadurch vor jeder Barake und mit ihr zufammenhängend ein breites Zeltdach geformt werden konnte.
Die in diefem von Mundy geleiteten Lazarethe erreichten Refultate waren glänzend, und entfprachen vollkommen den dortigen fo vorzüglich gehandhabten hygienifchen Verhältniffen. Im Winter wurden die Flugdächer durch Anbringung einer vorderen, mit Fenſtern verfehenen Breterwand gefchloffen, und bewährten fich auch als Winterbaraken. Seit 1871 ift diefes Flugdach- Lazareth offen im Sommer, gefchloffen im Winter fort und fort im Gebrauch und bildet quafi eine Dependance der Militärhofpitäler von Verfailles und Paris. Es wurde nämlich von der Société françaiſe de fecours aux bleffés nach Beendigung des Krieges mit der Commune dem Kriegsminifterium gefchenkt.
Das Modell einer transportablen Barake für 12 Verwundete, 1/20 der natürlichen Gröfse, wurde noch fub Katalog Nr. 58 von Dr. M. W. C. Gori aus Amfterdam ausgeftellt.
Betten und Operationstifche. Betten für Feldfpitäler waren in ziemlicher Anzahl im Sanitätspavillon ausgeftellt, einfache und complicirte. Vom Standpunkte des Chirurgen müfste man eigentlich für letztere fchwärmen, da fie einerfeits den Verwundeten gut zu lagern geftatten und andererfeits den Mechanismus der natürlichen Entleerungen und des Verbandwechfels zu erleichtern anftreben; wer aber die fomatifchen Nachwehen grofser Kriege eingehender zu beachten Gelegenheit gefunden und in den nach grofsen Schlachten herrfchenden Verhältniffen genauer fich hineingelebt hat, wird die Erfahrung gemacht haben, dafs alles Complicirte für Feldlaz are the auf das Entfchiedenfte abzulehnen fei. Betten mit mechanifchen Einrichtungen, detachirten Theilen etc., fo wunderbar fie fich auch für die Friedenschirurgie bewähren mögen, find für den Sanitätsdienft im Kriege ganz unmöglich, aus denfelben Gründen, welche im Capitel Tragbahren für letztere Objecte eingewendet worden find. Berücksichtigen wir ferner, dafs derlei complicirte Betten entſprechend theuer find und man fie auch nicht fo leicht zu befchaffen vermag, fo wird man wohl dem Grundfatze huldigen, dafs für Feldlazarethe die einfachften, billigften, am leichteften zu transportirenden und dauerhafteften Lagerftätten auch die allerbeften feien.
Es empfehlen fich demzufolge am meiſten eiferne Bettgeftelle, die fich fehr compendiös zufammenpacken laffen und wenig Raum einnehmen, auch aus dem Grunde, weil fie reinlicher zu erhalten find und das Ungeziefer fchwerer auf. kommen laffen, ferner weil das Materiale dem Brechen und Verderben nicht fo leicht ausgefetzt ift als das Holz. Bei Improvifationen wird man jedoch genöthiget fein, zu Requifitionen zu fchreiten und fich jener Betten zu bedienen, die eben in loco landesüblich find. Einfache Holzfchragen mit Breter
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