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Marinewesen : (Gruppe XVII, Section 1 bis 4) ; Bericht / von Alexander Friedmann, Civiling. in Wien
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Fig. 14.

Fig. 15.

Fig. 16.

Alexander Friedmann..

Gab Seilen verfehen ift. Entfteht ein Leck, fo wird, wie beiftehende Skizze Fig. 14 veranfchaulicht, diefes Tuch über die lecke Stelle gebracht und durch die befag. ten vier Seile unverrückbar ge­halten, während der Aufsendruck des Waffers ein ziemlich dichtes Anliegen diefes Pflafters an die äufsere Schiffswand von felbft bewerkstelligt( vorausgefetzt dafs das Leck nicht an einer folchen Stelle des Schiffes fich bildet, wo die Spanten desfelben eine nach aufsen hin hohle V- Form bieten, da natürlich bei einer folchen die vier Taue, durch welche das Tuch an den Enden angezogen wird, ein Anliegen desfelben an der Schiffswand nicht zuliefsen). dahil

Um die unteren zwei Ecken des Ret­tungstuches unter dem Waffer feftzuhalten, werden zuerft zwei Taue unter das Kiel des Schiffes durchgezogen; Fig. 15 veranfchau­licht diefe Manipulation: Es wird für jeden der zwei unteren Ringe des Rettungstuches ein Seil, welches in der Mitte durch ein Gewicht belaftet ift, vor dem Bug des Schiffes von zwei Matrofen ins Waffer gelaf­fen; wenn es tief genug gefunken ift, läuft der eine Matrofe Backbord( an der linken), der andere Matrofe Steuerbord( entlang der rechten Bordwand) gegen die Stelle hin, wo das Leck fich befindet. Ift diefs gefchehen, dann werden die unteren Enden des Rettungstuches an je eines der unter das Kiel durchgezogenen Seile befeftigt, das Tuch ins Waffer über die lecke Stelle gerollt, wie in Fig. 16 fkizzirt, und feft angezogen. Ein Zeugnifs des ruffifchen Admirals Butakow beftätigt, dafs folche Rettungstücher feit dem Jahre 1870 in der ruffifchen Marine verwendet werden und mehrfach fich ausgezeichnet bewährt haben. Butakow ift eine Autorität erften Ranges, deffen Zeugnifs alfo von gröfster Wichtigkeit; und da überdiefs die Befchaffung eines folchen Tuches fehr wenig koftfpielig und die Uebung zum Durchziehen von Seilen unters Kiel und zum Herablaffen eines folchen Rettungstuches fehr leicht erlangt ift, fo wäre es fehr angezeigt, wenn jedes Schiff diefes einfache Rettungsmittel an Bord haben würde.

Bezüglich der Steuerung der Schiffe hat das alte Steuerruder feine Herr fchaft bewährt und von den früheren Vorfchlägen, denen zu Folge die Steuerung unabhängig vom Steuerruder bewerkstelligt werden follte, war auf diefer Aus­ftellung nichts zu fehen. Es ift wohl gewifs, dafs für ein in Bewegung befindliches Schiff das Steuerruder das bequemfte Mittel zur Lenkung desfelben ift. Aber bei