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Marinewesen : (Gruppe XVII, Section 1 bis 4) ; Bericht / von Alexander Friedmann, Civiling. in Wien
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Marinewefen.

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dem Compound- Syftem entſprechend angeordnet, und bei den Kriegsfchiffen horizontale Dampfmaschinen entfcheidend zur Verwendung gelangt. Alle Schiffs­mafchinen, mit Ausnahme der Mafchine des Tafel X befchriebenen Donaumonitors. " Maros", find mit Condenfation, und zwar bei Seefchiffen mit Oberflächen-, bei Flufsfchiffen mit gewöhnlicher Condenfation combinirt.

Für ausführlichere, ftellenweife auch principielle Erörterungen über gefchaffene oder erwünſchte Neuerungen in den Gebieten, welche diefer Abſchnitt II behandeln foll, wird bei Befchreibung der einzelnen Objecte Gelegenheit gefucht

werden.

Befchreibung der ausgeftellt gewefenen Schiffsmafchinen.

Von den ausgeftellt gewefenen Schiffsmafchinen find nachftehend Specimina einer jeden der vorerwähnten Arten veranfchaulicht. Unter diefen ift die von Herrn Petke, technifchem Director des öfterreichifch- ungarifchen Lloyd, combi­nirte jedenfalls in Bezug auf Neuheit und Leiftungsfähigkeit die weitgehendfte und wohl die befte aller bisher exiftirenden Dampfmafchinen überhaupt. Es wird. jedoch zunächft mit der Befchreibung der Mafchine des Dampfers Frifia" begon­nen, weil diefe das Stadium kennzeichnet, welches sub II A als dasjenige befchrie­ben wurde, bei welchem die guten jetzigen Schiffsmafchinen angelangt find und auch den neueften Fortfchritt der von Herrn Petke conftruirten Mafchine klarer macht.

Die Mafchine des Dampfers ,, Frifia" der Hamburg- amerikanifchen Packet­fahrt- Actiengeſellſchaft, deffen verticaler Längendurchſchnitt in Fig. 1 der Tafel I genügend kenntlich dargestellt ist, ift eine Overhead- Compoundmafchine von Caird& Comp. in Greenock gebaut und in Enſemble und in den Details vor­züglich angeordnet.

Sie arbeitet mit 60 Pfund Ueberdruck und theilweife überhitztem Dampf Es paffirt nämlich ein Theil des Dampfes bei dem Uebergang aus dem Dampf­keffel in den Dampfcylinder den Ueberhitzungsapparat, welcher unten im Kamin des Schiffes angebracht ift, wird hier durch die ausftrömenden Gafe der Feuerung getrocknet und überheizt und gelangt fo mit erhöhter Temperatur zu dem Dampf­cylinder, in welchen einftrömend er fich mit dem gleichzeitig vom Dampfkeffel anlangenden feuchten Dampfe mengt und zur Arbeit gelangt.

Diefe Methode der Ueberhitzung ift die bisher allgemein übliche. Sie hat den Nachtheil, dafs der zu überhitzende Dampf während der Ueberhitzung mit dem gefättigten Dampfe des Keffelraumes communicirt und fich hiedurch nach­fättigen kann, alfo lediglich nur getrocknet wird, nicht aber eine höhere Spannung als der mit ihm communicirende Dampf des Dampfkeffels annehmen. kann. Der abfolut trockene Dampf ift für die gewöhnliche Kolbenliderung und Stopfbüchfen Verpackung nachtheilig und mufs mit directem Keffeldampfe gemifcht werden, weil letzterer immer Waffertheilchen aus dem Keffel mitreifst, die merkwürdiger Weife, wenn im Dampfcylinder mit ganz trockenem oder überhitztem Dampfe gemengt, ihren Aggregationszuftand nicht zu ändern fcheinen. und fo zum Theile wie eine gute Kolbenfchmiere wirken. Diefe nun nothwendige Mifchung reducirt die Ueberhitzung auf blos einen Theil des zur Arbeit gelan­genden Dampfes, und wenn fie auch in diefer Befchränkung bei der Expanfion noch immer eine gröfsere Endfpannung zur Folge hat und gleichzeitig die fpäter bei der ofcillirenden Mafchine erörterte fchädliche Condenfirung des Dampfes im Niederdruck- Cylinder verhütet, fomit jedenfalls fehr nützlich ift, fo ift doch der Umstand, dafs der Dampf im Hochdruck- Cylinder während des Theiles des. Kolbenhubes, wo noch nicht expandirt wird, zwecklos eine gröfsere Temperatur hat