Marinewefen.
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mächtigen, dann wird bald auch in diefer wichtigen Einzelnheit des Schiffswefens erfpriefslich Neues zu verzeichnen fein. Nur foll hierbei unter Einem fowohl das bei den immer fteigenden Kohlenpreifen immer dringender werdende Bedürfnifs der Kohlenerfparnifs befriedigt, als auch eine Verbefferung der jetzigen, fchon vom rein menfchlichen Standpunkte höchft bedauernswerthen Verhältniffe der Keffelheizer in Schiffsräumen bewirkt werden.
Leuchtthürme und Warnzeichen.
Auf offener See ist das Schiff der alleinige Träger seines Gefchickes und ift es gut gebaut und gut geführt, fo vermag es im weiten Meere allen Gefahren, nur noch die ausgenommen, welche ftarker Nebel verurfacht, fiegreich zu begegnen.
Anders in der Nähe der Küften. Das beft geführte Schiff kann am hellen Tage an einer Untiefe auffahren, wenn fie nicht gekannt und von ferne her bemerklich gemacht ift, bei Nacht an einer Klippe zerfchellen, wenn keine Leuchte ihre Gefahr bezeichnet, vergebens in Dunkelheit die Einfahrt in einen Hafen verfuchen, wenn nicht weithin kenntliche Lichtzeichen den Führer des Schiffes orientiren. Defshalb die verfchiedenen Vorkehrungen, welche die Erkennung bemerkenswerther Stellen in der Nähe der Küften erleichtern.
Unter diefen Vorkehrungen fpielen die Leuchtthürme eine Hauptrolle. Je nach der Bedeutung der betreffenden Küftenftelle ift deren Anordnung und Lichtfpendung in der Weife getroffen, dafs fie von gröfseren oder kleineren Diftanzen fichtbar, jedesmal aber für die Oertlichkeit, die fie kenntlich machen follen, charakteriftifch werden. Um fofort eine Idee von einem Leuchtthurme zu geben, fei in beiftehender Fig. 26 der Verticalfchnitt des fpäter ausführlicher befchriebenen, in der franzöfifchen Abtheilung ausgeftellten Leuchtthurmes„ Du Four" und in Fig. 27 eine Anficht eines in der italienifchen Abtheilung ausgeftellt gewefenen Leuchtthurmes veranfchaulicht.
Sowie das Wort„ Leuchtthurm" zwei Begriffe in fich fchliefst, befteht auch das Object, das es bezeichnet, aus zwei Theilen, aus der Leuchte und dem Thurme.
Je nach der Diftanz, von welcher her das Licht gefehen werden foll, ift die Leuchtkraft bemeffen und ebenfo die Höhe des Thurmes, auf welchem der lichtfpendende Apparat angebracht wird. Erfteres ift felbftverſtändlich, für Letzteres die kurze Erinnerung, dafs die Gröfse des Horizontes mit der Höhe, von der aus man fieht oder gesehen werden will, fteigt, dass ein ftarkes Licht, niedrig geftellt, für die Ferne ebenfo unfichtbar ift wie ein fchwaches Licht hochftehend, und alfo nur, Höhe und Kraft im richtigen Verhältniffe vereint, das Richtige erreichen lassen.
Das Licht wird bei Leuchtthürmen mittelft Lampen durch Verbrennung von Oel oder Petroleum oder mittelft elektrifcher Apparate erzeugt; das erzeugte Licht wird, um für die Ferne wirkfamer zu fein, mittelft Reflectoren- und Linfencombination in Strahlenbündeln entfendet.
Die auf der umftehenden Seite befindlichen Fig. 28 und 29, in 1/ 20tel natürlicher Gröfse gezeichnet, mögen vorläufig eine Idee folcher Leuchtapparate geben und werden später ausführlicher befprochen. Doch ift fofort zu erkennen, dafs bei denfelben zwei Theile zu unterfcheiden find: die Lampe und der optifche Theil.
Die Lampe, ob für Oel oder Petroleum, ift nach Art der Zimmerlampe mit runden Brennern, nur viel gröfser und je nach der Leuchtkraft, die es zu