Dokument 
Marinewesen : (Gruppe XVII, Section 1 bis 4) ; Bericht / von Alexander Friedmann, Civiling. in Wien
Entstehung
Seite
73
Einzelbild herunterladen

Marinewefen.

73 untere Abtheilung 3 Meter Höhe als Wachtzimmer und ein kleines Magazin und deffen obere Etage für die Unterbringung des Directionsfeuers dient.

Das Wohnhaus des Wärters und die fonftigen Dienfträumlichkeiten find in der Nähe des Leuchtthurmes in einem kleinen Gebäude untergebracht. Die Totalhöhe des Thurmes bis zur Spitze beträgt 37 Meter und die Höhe des Leucht­apparates über der höchften Fluth 30 Meter. Die Blechconftruction hat 76.500 Francs gekoftet, die Fundirung und das Wachthaus 30.000 Francs.- Der Leuchtapparat beherrscht am Horizont 45 Grad und zeigt durch 12 Secunden rothes, durch 6 Secunden grünes Licht. Der Apparat ift nach dem gleichen Principe, wie für Fig. 30 befchrieben war, hergeftellt, mit dem Unterfchiede jedoch, dafs die plano- cylindrifchen Gläfer fix bleiben und zwifchen diefen und den dioptrifchen Ringen( a) der dortigen Figur eine verticale glatte Glas- Halb­trommel, welche auf 75 Grad grünes Glas 75 Grad rothes Glas zeigt, in beftimm­ten Intervallen nach rechts und nach links fchwingt und fonach abwechſelnd ein­mal rothes, einmal grünes Licht zeigt.

Ein ebenfalls in der franzöfifchen Abtheilung ausgeftellt gewefener, aus Blechröhren hergeſtellter Leuchtthurm Des Roches Douvres, deffen Conftruction fchon im Jahre 1867 auf der Ausftellung figurirt hat, ift für diefsmal infoferne intereffant, als er feit diefer Ausftellung von der Stelle, wo er angebracht war, weggenommen und anderwärts wieder aufgeftellt wurde und fomit einen der Vor­theile diefer Eifenconftruction mit documentirt. Er fteht jetzt auf einem verein­zelten Felfen zwifchen der Infel Bréhat und der Infel Guernefey. Die Blechcon­ftruction vom gemauerten Sockel bis zur oberften Plattform hat circa 52 Meter. Der Cubikinhalt des jetzigen aus Cement- Mauerwerk hergestellten Sockels beträgt 418 Cubikmeter, die ganze Herſtellung des Leuchtthurmes fammt dem Fundament hat 605.000 Francs, hievon der Blechthurm 224.000 Francs, die Fundirungs­arbeiten und Montirung 225.000 Francs gekoftet. Man fieht, dafs in Frankreich dem Leuchtthurmwefen viel Geld gewidmet wird.

Der höchfte von den in Modell und Zeichnung ausgeftellt gewefenen Leuchtthürmen ift der fpanifche Leuchtthurm auf der Infel Buda, in Fig. 44 ver­anfchaulicht. Die Höhe des Focalpunktes des Leuchtapparates über dem hohen Meere beträgt 53 Meter. Seine Conftruction ift fehr elegant und kann als Speci­men vieler nach dem gleichen Principe zur Ausftellung gebrachter eiferner Leuchtthürme gelten. Eine nähere Befchreibung ift wohl nicht nöthig, da die Skizze befonders nach dem früher Gefagten genügend klar ift.

Der Fig. 28 veranfchaulichte Leuchtthurm, im Arcipelago toscano über einer Untiefe aufgeftellt, war in der italienifchen Abtheilung in einem fchönen Bilde ohne Mafsftab zur Ausftellung gebracht. Die fchmiedeeifernen Träger defs­felben haben am unteren Ende breitflächige Schrauben, durch welche fie direct in das Erdreich eingebohrt werden und in demfelben fefthalten.

Diefer Leuchtthurm ift ein Repräfentant einer ganzen Claffe gleichartiger Thürme, wie folche diefer Skizze fehr ähnlich, namentlich in der amerikanifchen Abtheilung, bildlich( und gleichfalls ohne Mafsftab) zur Ausftellung gebracht wurden und bei entſprechendem Untergrunde einfach, billig und zweck­mäfsig find.

Als Specimen endlich einer anderen ganzen Claffe von Leuchtthürmen ift in Fig. 45 das Leuchtfchiff veranfchaulicht, welches in der öfterreichifchen Abtheilung zur Ausftellung gebracht, nächft der Infel Grado verankert ift und dafelbft bei ftürmifcheftem Seegange fich ausgezeichnet bewährt hat.( Ein folches Schiff, möglichft feetüchtig gebaut, wird an die geeignete Stelle remorquirt und gehörig verankert.) Die Anordnung des optifchen Apparates ift faft diefelbe, wie in einem fixen Leuchtthurme, nur dafs die Lampe, um gegen die Schwankungen des Schiffes weniger empfindlich zu fein, in Univerfalgelenken aufgehängt ift. Das Schiff ift mit einem kleinen Dampfkeffel zum Betriebe eines Nebelhornes verfehen und mit genügenden Rettungsapparaten ausgerüftet. Solche Schiffe leiften vor­