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Alexander Friedmann.
Pumpen, welche letzteren jedoch, da die Lederliederung durch das fandhältige Waffer litt, fpäter durch andere Kolbenpumpen erfetzt wurden. Das Speifewaffer für die Keffel der Pumpenanlagen wurde durch eine eigene Dampfpumpe und Wafferleitung von der Rhône her befchafft.
Das ausgehobene Erdreich diente zur Herftellung der Canalböfchungen, welche, wie früher erwähnt, bis auf 1'30 Meter ober der Ebbe reichend, gepflaftert find und zum Unterbaue der 12 Meter breiten Fahrftrafsen entlang der Canalufer, welche Strafsen ihr Niveau zwei Meter über der Ebbe haben und, wie erwähnt, durch je 1/2 Meter überhöhte Dämme gleichzeitig als Schutzdämme gegen die Hoch
waffer der Rhône dienen.
Die Quaimauern des Hafenbaffins find auf einer Bétonfchichte( Mifchung von 57 Volumeneinheiten Cement mit 85 Volumeneinheiten Steinbrocken) von 1½ Meter Dicke und 5% Meter Breite fundirt, deren oberes Niveau im Niveau der Sohle des Baffins liegt. Diefe Fundirungsmethode hat fich fehr gut bewährt, weil die Terrainfchichten dort nahezu horizontal liegen und bei der Aufführung der Quaimauern immer auf langen Strecken der Fundirung im gleichen Niveau vorgefchritten wurde. Die Quaimauern felbft haben an der Bafis 3.97 Meter und an der Krone 1.8 Meter Breite. Das Profil der Quais ift vom Fundamente ab gegen die Wafferfeite um ein Zehntel, nach oben um ein Zwanzigftel geneigt, gegen die Erdfeite hin wie in Fig. 65 abgeftuft. Die Quaimauern find aus gewöhnlichem Mauerwerke hergeſtellt( hydraulifcher Mörtel: 320 Kilogramm hydraulifcher Kalk auf o'9 Cubikmeter Sand). Mit der Ausführung der Quaimauern wurde immer gleichzeitig auch die Erdausfüllung hinter denfelben fortgeführt. Bis die Mauern fertig waren, betrugen die Senkungen mit fehr geringen Variationen kaum 91 Millimeter.
Die Mauerwerke der Schleufenanlage find auf Piloten, ähnlich wie in Fig. 56 angegeben wurde, fundirt und ähnlich wie die Schleufenanlage von Bordeaux mit Aquäducten und Schützen zum Füllen der Schleufenkammer verfehen. Um eventuell das eine oder das andere Schleufenthor trocken legen zu können, und in der Sohle vor und hinter der Schleufenkammer zwei Reihen Steinpilafter disponirt, welche viereckige Oeffnungen von circa einem Quadratfchuh haben, in welche Pfähle eingefteckt werden können, die dann, mit einander verplankt, eine Art Fangdamm vorftellen.
Die Schleufenthore find in dem unteren Theile mit wafferdichten Compartiments verfehen, welche als Schwimmer dienen und im Waffer das Gewicht der Thore und deren Momente auf die Drehzapfen reduciren. Jedes Thor hat eine Breite von II 62 Meter, eine Höhe von 9.5 Meter und eine Dicke von 2/ Meter. Das Gewicht eines Thores inclufive der Holzgarnirung beträgt aufser Waffer 49 Tonnen; im Waffer, zufolge der Anbringung der wafferdichten Compartiments, 7 Tonnen. Die Befchreibung der Detailconftruction der Schleufenthore, welche von Schneider& Comp. in Creufot hergestellt find, alfo vorausfichtlich alle Garan tien einer guten Conftruction bieten, würde hier zu weit führen.
Das ganze Project des Canals Saint Louis ift von den Ingenieuren Bernard, Gerard und Reybert, unter der Leitung von Pascal, ausgearbeitet worden, und betrugen die hiefür veranfchlagten Koften 151 Millionen Francs.
Le Havre.
Tafel XIV enthält einen ausführlichen Plan von Le Havre. In Le Havre ift es lediglich die Grofsartigkeit der Gefammtanlage, durch welche diefer Hafen zumal feit feiner Vervollſtändigung durch die zwifchen 1867 und 1873 ausgeführten neuen Bauten befondere Beachtung verdient: Das Eingreifen der einzelnen Baffins in die einzelnen Handelsbezirke der Stadt; die Fülle der Mittel zur rafchen Umladung; die zweckmäfsige Vertheilung diefer Mittel und der Baffins für den verfchiedenartigften Bedarf der Schiffe, je nachdem deren Waaren fofort