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Fig. 84.
Alexander Friedmann.
Fig. 85
a
angewandt werden), und zwar in der äufseren See bis auf irg Meter, näher der Küfte bis auf 7.3 Meter unter der tiefften Ebbe, in den Meeresgrund verfenkt, mit Béton ausgefüllt und wie Fig. 83 und 84 deutlich veranfchaulicht, durch ein leichtes eifernes Gerüfte und eine Brücke d d miteinander verbunden. Nach der Sohle hin wurden Steinwürfe bis auf circa 3 Meter unter die niedrigfte Ebbe aufgeführt und der weitere Zwifchenraum zwifchen den einzelnen Säulen a a durch eine Art Schützengitter b b b in der Weife verkleidet, dafs der freie Raum zur Wafferbewegung zwifchen den Säulen, den Bedürf niffen entsprechend, verengt werden kann.
Die Koften einer folchen Säule, an Ort und Stelle gebracht, betragen durchſchnittlich 12.000 Francs, die der Eifenverbin dung zwifchen je zwei Säulen 1000 Francs, von drei hölzernen Schützengittern 300 Francs, des eifernen Brückengerüftes von Säule zu Säule 1770 Francs, die Koften der Steinwürfe endlich von Säule zu Säule 380 Francs; der laufende Meter eines folchen eifernen Pfahl. dammes wird fich alfo durchſchnittlich auf etwas über 3000 Francs belaufen.
Die Details über die Art und Weife der Verfenkung diefer einzelnen Pfeiler und der Arbeitsdurchführung beruhen auf bekannten Proceduren und erheifchen keine fpecielle Befchreibung. Hauptfache bleibt die vorbefchriebene Idee von Prompt, welche befonders bei fchlammigem oder nachgiebigem Untergrunde noch des Oefteren vorzügliche Dienfte leiften könnte.
Saint Jean de Luz.
Der kleine Seehafen in der Nähe von Bayonne, füdlich von demfelben gelegen, deffen Situation in beiftehender Fig. 86 veranfchaulicht ift, ift an fich wohl fehr unbedeutend, bietet aber infoferne Intereffe, als er zeigt, welche mufterhafte Sorgfalt in Frankreich dem Seewefen überhaupt gewidmet wird.
Der kleine Hafen und das Städtchen Saint Jean de Luz find an der Einmündung der Nivelle in den biscayifchen Meerbufen gebaut, durch die Wogen aber, welche, von der See kommend, den beiden Seiten der Bucht entlang gerade vor dem Hafen zufammenfchlagen und immer mehr ins Land rücken, in ihrer Exiftenz bedroht. Ueberdiefs ift die Einfahrt in die Bucht bei Nacht eine fchwierige. Defshalb wurde in Folge directen Auftrages des Kaifers Napoleon III. der Molo D und der Wellenbrecher E angelegt und überdiefs durch die Dispofition von 6 Directionsfeuern AA1 BB1 und CC1 die Einfahrt in den Hafen von der See her gefichert. Letzteres, refpective die Art, wie in den Hafen von Saint Jean de Luz gelangt wird, dürfte befonders lehrreich fein für diejenigen vorfichtigen Capitäne, welche gegen die fpäter zu befchreibende Anlage des Hafens von Trieft auch die Beforgnifs äufserten, dafs nunmehr diefer letztbenannte Hafen, in welchen, nebenbei gefagt, ohne Piloten mit fchwellenden Segeln eingefahren werden kann, nur noch mit befonderem Aufwande nautifcher Gefchicklichkeit zugänglich fein wird.