Dokument 
Marinewesen : (Gruppe XVII, Section 1 bis 4) ; Bericht / von Alexander Friedmann, Civiling. in Wien
Entstehung
Seite
118
Einzelbild herunterladen

118

Alexander Friedmann.

Entlang diefem Wellenbrecher hätte das Meer bis zu 40 Meter Tiefe und würde deffen Profil zu dem des jetzigen äufseren Dammes fich verhalten wie das bei­ftehend Fig. 96 veranfchaulichte zu dem Fig. 97 gegebenen, welche letztere das

Fig. 96.

1050 10 20 30 40 Meter

p i p p q q q q

Fig. 97.

Meter

wirkliche Profil des jetzigen Aufsen­dammes BCD darftellt. Die Aus­führung des Wellenbrechers ift jedoch noch nicht definitiv befchlof fen und wird die Zögerung damit erklärt, dafs Dampffchiffe auch bei ungünftigen Winden zumeift ihre Einfahrt in die Häfen in geficher ter Weife vornehmen können und defshalb eines Vorhafens weniger bedürfen, diefe alfo lediglich den Se­gelfchiffen zugute kommen würden, die Anzahl der Segelfchiffe aber im Abnehmen fei.* Andererfeits wird wieder zu Gunften diefes Wellen­brechers geltend gemacht, dafs, follte die Nothwendigkeit einer Ver­gröfserung der Hafenanlage in Mar­feille neuerdings eintreten( und, wenn Trieft und Genua fo wie bis­her noch fernerhin die Laftträger als die einzigen Ein- und Auslade­mafchinen für Schiffe beibehalten, fo glaubt der Berichterstatter, dafs diefe Nothwendigkeit der Vergrö­fserung für Marfeille gar bald wieder eintreten wird), ftatt neuer Baffin­anlagen der Küfte entlang, durch

welche diefelben immer weiter von der eigentlichen Stadt zu liegen kommen, ver­fucht werden könnte, Baffinanlagen durch Moli zu creiren, welche an den jetzigen Aufsendamm B CD in ähnlicher Weife fich anfchliefsen, wie die einzelnen Moli der vorhandenen Baffins in die Küfte eingreifen und würde alsdann der Wel­lenbrecher gleichzeitig als Aufsendamm für neue äufsere Baffins von Nutzen werden.

Den ungeheueren Aufwand an Material, welchen die Anlage eines Wellen­brechers wie der Fig. 96 erheifchen würde, hofft man dadurch zu beftreiten, dafs man den Wellenbrecher nicht ganz aus Steinwürfen, fondern in den Partien, welche bis ungefähr 20 Meter unter der Ebbe liegen, Anfchüttungen aus dem Material herftellt, welches durch Terrainaushebungen für die Anlage neuer Quartiere in Marfeille gewonnen werden foll, und die alsdann gewonnene Grund­anlage des Dammes zum Schutze gegen den Einfluss der See mit Steinwürfen aus natürlichen Blöcken bekleidet. Da der Wellenfchlag in einer Tiefe von 6 bis 7 Meter unter Waffer fich kaum mehr fühlbar macht und das Terrain des Meeres­bodens felbft wenig nachgiebig ift, fo kann auf diefe Weife die untere Hälfte des Dammprofiles mit genügender Sicherheit hergeſtellt werden. Die obere Hälfte von 20 Meter ab würde auf die gleiche Weife aufgeführt werden, welche bei der Anlage des Aufsendammes der Fig. 95 in Anwendung kam. Diefer letztere ift nämlich aus Steinwürfen hergeftellt, deren Material aus hiezu eröffneten Stein­brüchen gewonnen und welches vor Verwendung fortirt wurde, fo dafs das

* Der Berichterstatter hat feine diefsbezüglichen Anfchauungen bei Behandlung der Concurrenzfähigkeit der verfchiedenen Schiffstypen fub/ B dargelegt.