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Marinewesen : (Gruppe XVII, Section 1 bis 4) ; Bericht / von Alexander Friedmann, Civiling. in Wien
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Fig. 100

a

Marinewefen.

20 Centin eter

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Waffer ruht und fich drehend einen fehr kleinen Reibungswiderftand ver­urfacht. Diefer Reibungswiderftand wird allerdings nicht allein durch die auf der Waf­Drehung des Zapfens auf der ferfläche, fondern auch facht, dafs der Zapfen, Pluntfcherkolben der

dadurch verur­refpective der

hydraulifchen

Preffe, an der Stelle, wo er aus dem Prefsgehäufe herausreicht, durch eine Brahma'fche Liederung abgedichtet wer­den mufs, welche Dichtung hier ftatt durch die üblichen Lederringe durch Kaut fchukringe hergestellt ift und bei Drehung des Kolbens eine fehr bedeutende Umfangsreibung verurfachen muſs. Es fcheint aber nichtsdeftoweniger, dafs im Gan­zen bei einer folchen Anordnung mit hydraulifcher Unterlage die Reibung eine viel kleinere ift.- Die Brücke ift an den beiden Enden mit Führungsrollen verfehen, welche, wenn mit hydraulifchem Drucke gearbeitet wird, während der Drehung aufser Function kommen, für den Fall aber, als die hydraulifche Pumpe verfagen follte, eine ebene Führung der Brücke fichern. Wenn die Brücke gefchloffen, gefchieht deren Fixirung durch Keile, welche unter die Führungsrollen greifen und gemeinfchaftlich ein- und ausgelöft werden können. Die Drehung felbft wird durch einen Armſtrong'fchen hydraulifchen Flafchenzug bewerkstelligt. Gewicht der Brücke vertheilt fich, wie folgt: Holz 100 Tonnen, Schmiedeeifen 320 Tonnen, Gufseifen 300 Tonnen, diverfe Materialien 30 Tonnen.

Das

Eine zweite Drehbrücke, welche zur Ausstellung gelangte und die Ueber­brückung des Baffins de la Joliette( Tafel XV), refpective die Verbindung des Hauptmolo desfelben mit dem äufseren Damme F CD bewerkstelligte, bietet erhöhtes Intereffe und ift in beiftehender Fig. 101 in der Vorderanficht gegeben. Diefe Brücke öffnet nämlich die Wafferpaffage durch Drehung in horizontaler Ebene, wie eine gewöhnliche Drehbrücke, oder durch Drehung in verticaler Ebene. Erfteres gefchieht, wenn Schiffe mit Maften zu paffiren haben und wirkt die Brücke alsdann genau in gleicher Weife wie für Fig. 99 befchrieben wurde. Da jedoch das ganze Aufdrehen der Brücke ziemlich lange Zeit( 8 Minuten) in Anspruch nimmt, die Mehrzahl der Schiffe aber, welche paffiren, kleinere Boote und Lichterfchiffe find, fo ift diefe Brücke fo eingerichtet, dafs fie auch theilweife wie eine Fallbrücke dienen kann. Es ift nämlich der Drehzapfen a, welcher, wie früher für Fig. 100 befchrieben wurde, fo auch hier in Fig. 101 den Pluntfcher­kolben einer hydraulifchen Preffe darftellt, fo lang, dafs er bis auf 90 Centimeter gehoben werden kann, und dann, wie Fig. 101 zeigt, der Brücke eine folche Lage ertheilt, das kleinere Schiffe noch anftandslos paffiren können. Zu Gunften der Neigung der Brücke ift die Auflagerung derfelben auf den Drehzapfen, wie Fig. 102 in gröfserem Mafsftab zeigt, fo bewerkstelligt, dafs über dem verticalen Hauptzapfen a ein horizontaler, oben halbrunder Querzapfen eingekeilt ift, welcher in eine correfpondirende halbrunde Nuth einer Brückentraverfe eingreift. Wenn die Brücke gedreht werden foll, fo wird der hydraulifche Zapfen auf 20 Centi­meter gehoben, fonft wie für Fig. 100 vorgegangen. Soll die Brücke als Hebe­brücke dienen, fo wird der Zapfen je nach Bedarf auf gröfsere Höhe, im äufser­ften Falle bis auf 90 Centimeter gehoben, und dann hat die Brücke eine Neigung von 68 Millimeter per Meter und ift am äufserften Ende um 4'6 Meter über dem Quai. Die Hebung des Zapfens gefchieht durch einfache Oeffnung eines Hahnes, welcher zwifchen dem hydraulichen Gehäufe des Zapfens und einem Cumulator. in welchem immer Waffer mit 52 Atmoſphärenpreffung angefammelt ift, eine Communication herſtellt.

Der Zapfen felbft hat 2 Meter Länge, fo dafs er bei dem äufserften Hub noch mit 110 Meter im Gehäufe fteckt. Die Kolbenliederung der hydraulischen