KVIL
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Alexander Friedmann.
haltung und Reparatur der Schiffe ift durch die Anlage dreier Trockendocks, welche den verfchiedenen Gröfsen der Handelsfchiffe entsprechen, geforgt. Endlich ift auch einer eventuellen Vergröfserung der Hafenanlage ausreichende Vorausficht gewidmet, obgleich eine Vergröfserung nicht leicht nothwendig werden dürfte. Denn die Gefammtwafferfläche der jetzigen Hafenanlage, inclufive des Vorhafens, beträgt faft 140 Hektaren, die Länge der nutzbaren Landungsquais innerhalb des einen Baffins del Commercio allein beträgt 3570 Meter, die innerhalb des Baffins de la Induftria 1250 Meter, fo dafs diefe beiden Baffins auch abgefehen vom Vorhafen fchon 4800 Meter Landungsquais bieten, welche dem ganzen Umfange entlang mit Ein- und Ausladevorrichtungen, Eifenbahn- Geleifen und Waarenhallen umgeben fein werden, und fonach befonders mit Benützung des Vorhafens als Refervehafen dem gröfsten Verkehre genügen können.
Es ift dem Berichterstatter nicht möglich gewefen, die ausführlichen, über 1000 Druckfeiten haltenden Abhandlungen, welche die Ingenieure der fpanifchen Regierung ihm einzufenden die Güte hatten, durchzuftudiren, und find ihm daher gewifs manche lehrreiche Details entgangen. Aber fo viel fieht man ja fchon mit einem einfachen Blicke auf die Tafel XVI, dafs der Entwurf des Planes des Hafens von Barcelona ganz ausgezeichnet ift, dafs er nichts von der Routine aufweift, in deren Gefolge oft blinde Nachahmung will, dafs die Localverhältniffe dem ander wärts Erbauten, nicht das zu Bauende den Localverhältniffen angepasst werde- und dafs demnach der Ingenieur Jofe Rafo, welcher den Plan in feinen erften Hauptumriffen entworfen, und der Ingenieur Mauricio Garran, welcher den Plan auf die jetzigen Verhältniffe fehr rationell umgearbeitet hat und den Bau auch ausführt, die gröfste Anerkennung verdienen.
Genua und Brindifi.
Taf. XVIII gibt den Plan des Hafens von Genua und desjenigen von Brindifi. In Genua wird durch die Neu- Anlage des Dammes A B C D, welcher fich an den bisherigen Aufsendamm AE anfchliefst, ein Vorhafen gefchaffen; eine Verbefferung, welche der Berichterstatter als fehr wefentlich und vortheilhaft erachtet. Wie weit Genua fich dahin rüftet, den Ausbau des Suez- Canals, den Ausbau des Mont- CenisTunnels und nun auch den Ausbau des Gotthard- Tunnels, welcher einen directen Verkehrsweg zwifchen.dem mittelländifchen Meere und Deutfchland vermitteln wird, feinem Hafen zugute kommen zu laffen, war auf der Weltausftellung nicht zu erfehen. Jedenfalls hat fich Marfeille auf die Concurrenz gar rechtzeitig vorbereitet, und wenn auch via Genua der Waarentransport nach Deutfchland um einige Meilen kürzer fein follte und damit einige Stunden Zeit gewonnen werden könnten, fo wird diefs Genua wenig helfen, wenn die Schiffe im Hafen Wochen lang brauchen werden, bis fie ihre Ladung gelöfcht haben. Nichtsdeftoweniger kann Genua, wenn es feinen Hafen rationell ausrüftet, bald fehr grofse Fortfchritte machen; denn es kann ganz gut den Kampf mit Marſeille bleiben laffen und fich die anderen Häfen des eigenen Landes und ganz befonders Oefterreichs zur Concurrenz ausfuchen, wenn diefe nicht rafch genug fich ihre Kundfchaft fichern. Denn der Schiffsverkehr für einen Hafen ift eben ein Kunde für denfelben, und wenn diefer nicht gut und rafch bedient wird, fo kommt er nur, fo lange er mufs, und bleibt fort, fo bald er kann.
Trieft.
Beiliegender Plan Taf. XVIII veranfchaulicht den Hafen, wie er ausfehen foll, wenn die Bauten vollendet fein werden. Die dunkel fchraffirten Stellen bezeichnen das Terrain, welches ins Meer hinein bereits angefchüttet ift; die licht fchraffirten Stellen bezeichnen die Flächen zweier vorhandener Hafenbaffins, welche noch verfchüttet werden follen. So wie der Plan des neuen Hafen