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I. Die geschichtl. Entwickelung u. d. Culturwerth d. Eisenb.
In dieses Getriebe griff nun die werdende Dampfmaschine ein, und zwar zunächst durch Smeaton( 1741-1759), dann durch den unsterblichen Watt, der 1774 mit seiner halb fertigen, 1778 mit seiner vollendeten Maschine erstand, der durch seines rastlosen Geistes Arbeit den Kohlenverbrauch der alten Newcomen'schen athmosphärischen Maschinen von 18 Pfund auf 6 Pfund pro Stunde und pro Pferdekraft herabdrückte und der sich, getragen von dem soeben ( 1776) erstandenen Geiste des Schotten Adam Smith's( 1723 1790) als Feldherr an die Spitze der englischen industriellen Revolution stellte, während um dieselbe Zeit( 1789) der Zeitgeist in Frankreich in anderer socialer Form sich entfesselte.
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Der hier bemerkte Aufbruch der Eisenindustrie durch den Coaksbetrieb, parallel gehend mit der fertig hingestellten Bergwerksmaschine und elektrisirt ebenso durch die Hinstellung der ersten Dampfmaschinen in der Manufactur( 1783 in Arkwrigths Spinnerei zu Manchester) wie vornehmlich durch das Werden der Dampfschifffahrt( 1783 auf der Saône, 1787 auf dem Delaware und 1788 auf dem Clyde); ein Aufbruch, der bereits getragen wurde von dem wissenschaftlichen Odem, welcher den drei hohen Bergschulen zu Freiberg( 1766), Schemnitz( 1770) und Paris( 1870) entströmte und der angefeuert wurde von den 1776 veröffentlichten Lehren Adam Smiths ,, Ueber die Ursachen des Nationalreichthums", der gekräftigt ward durch die Erkenntniss der Misserfolge von Colberts Mercantilsystem in Frankreich, und der endlich auch noch gehoben wurde durch das Bedürfniss einer plötzlich aufgetretenen neuen Zeit, die sich in einer grossen Stauhöhe des menschlichen Wissens auf allen Gebieten ebenso charakterisirte, wie durch die politische Umwälzung: dieser Aufbruch der heutigen Eisenindustrie, welch' letztere wir ja gegenwärtig schon in dem Verbrauche des Eisens pro Kopf der Bevölkerung als Culturmassstab benützen, führte ungemein rasch zu grossen Erfolgen. Im Jahre 1450 war ja das Eisen noch theurer, als das Zinn und kostete 75.5 fl. Silber pro Zollcentner; 1750 kostete es nur schon zwischen 11 und 12 fl.; 1788 war der Werth des Stabeisens in England auch 11 fl. Silber per Zollcentner, 1826 war er schon herabgedrückt auf 5.2 fl. Silber per Zollcentner; 1871 kostete es circa 3.6 fl. Silber.