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Eisenbahn-Unter- und Oberbau : (Gruppe 18, Section 2) ; Bericht : 1 / von Franz Rziha
Entstehung
Seite
329
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V. Abschnitt.

Tunnelbau.

I. Capitel.

Geschichtliche Entwickelung und wissenschaftlicher Stand der Tunnelbaukunst.

Die heutige Tunnelbaukunst findet ihre Vorläufer in den Tunnelbauten der Strassen und Canäle, und reichen diese Vor­läufer bis weit in die Zeit vor Christo.

Der Stollen zu Nimrud aus der assyrischen Zeit; der unter dem Euphrat hinführende Weg, welchen Nebukadnezar wölbte; der Stollen, den Eupalius, des Naustrophus Sohn, zu Samos erbaute; die unterirdische Ableitung des Fucinischen Sees, deren Eröffnung das Leben des Claudius bedrohte; dessgleichen die Ableitung des Averner Sees, sowie der von Cocceius erbaute Pausilippostollen nächst Neapel; endlich die unterirdischen Stre­cken der Wasserleitungen der Virgo( 800 Meter lang), der Claudia( 803 Meter lang) und der Anio novus( 802 Meter lang), wie auch jene der alten römischen Leitungen zu Nimes, Lyon ( circa 2600 Meter lang) und Antibes( 4940 Meter lang): alle diese unterirdischen Bauten müssen als die Anfänge jener Erfahrungs­wissenschaft bezeichnet werden, vermittelst welcher wir heute die Schienenwege durch die Berge führen.

Von diesen alten Gallerien sind besonders jene zu Samos, dann die am Albaner- See und jene am Fucinischen See durch Herodot, Vitruv und Frontin näher beschrieben. Die erste Gallerie hat eine Länge von 7 Stadien( à 185 25 Meter) und besass( nach A. Hirt) eine Höhe von 8 Fuss und eine Breite von 8 Fuss; die Berges­höhe ober der Gallerie wird mit 150 Klaftern im Maximum ange­geben. Die zweite Gallerie, deren Ausführung auch von Livius be­