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Eisenbahn-Unter- und Oberbau : (Gruppe 18, Section 2) ; Bericht : 1 / von Franz Rziha
Entstehung
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5. Die historische Entstehung der Eisenbahnen.

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Ableitungsstollens aus dem Lacus fucinus erwiesen; denn die zahl­reichen Sklaven trugen die gewonnenen Massen auf schiefen Ebenen und Treppen oder durch die söhligen Stollen zu Tage. Auch sagt Agricola durch seinen Uebersetzer( 1557):

Die alten wie Plinius schreibt haben alles so auszgehawen auff der achszlen herauszgetragen. Aber dife weisz loft hinausz zefragen| dieweil es viel von großer arbeit bemühet| vnnd viel gelts in die arbeit auszgeben wirt ist es von den vnsern veracht vnnd verworfen."

Ja das Ettenhardische Bergbuch( 1556) geht noch weiter und spricht, mit Beigabe von Zeichnungen, von 1 Klafter langen Reib­eisen", das heisst von hölzernen Spurbahnen, die in den Kehren ( Krümmungen oder Reiben") mit eisernen Schienen be­nagelt werden, damit das Holz geschont werde.

Solche ,, Reibeisen" wurden in den alten Bergbauen in Meissen, am Harze und in Tirol gebraucht und es möchte demnach das Ettenhardische, österreichische Bergbuch als die bis jetzt bekannte älteste Quelle von Eisenbahnen" bis auf Weiteres zu betrachten sein, ein historischer Fund, wofür wir Eisenbahnleute dem Berghauptmann v. Friese wohl zu Danke verpflichtet sind.

Die hölzernen Spurbahnen wurden, wie man mehrfach liest, zur Zeit der Königin Elisabeth( 1533+ 1603) von deutschen Berg­leuten nach England gebracht, und werden insbesondere die Gruben von Newcastle upon Tyne genannt, wo Beaumont solche Gestänge 1630 gebrauchte. Im Jahre 1680 wurde zum Verkehre zwischen diesen Gruben und dem Hafen am Tyne eine solche hölzerne Spurbahn errichtet, wodurch die Zugkraft eines Pferdes von 20 Centner( auf dem Landwege) auf 60 Centner gehoben wurde. Diese Neuerung, so unscheinbar sie uns heute erscheint, war aber in jener Zeit schon ein merkenswerthes Unternehmen, weil wir niemals übersehen dürfen, dass der erleichterte Verkehr zu jener Zeit überhaupt erst gewürdiget zu werden an­fing. Denn selbst der menschliche Verkehr, geschweige denn jener rohen Güter, unterlag zu jener Zeit noch seinem Werde­processe. Es hatte doch erst der Zeitgenosse Luthers Franz Taxis 1516 wieder einen Postverkehr eingerichtet, der seit Cyrus