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Eisenbahn-Unter- und Oberbau : (Gruppe 18, Section 2) ; Bericht : 1 / von Franz Rziha
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8. Der Eingriff des Bahnverkehres in die Cultur der Menschheit. 119

neuen und sehr charakteristischen Erscheinungen des mensch­lichen Wissens: a) der modernen Behandlung der allgemeinen Culturgeschichte, wie sie uns Buckle, Lecky, Scherr u. A. geboten haben; b) der Ausbildung der Statistik, und c) der eben erst entkeimenden Philosophie der Statistik, den Ein­fluss der Eisenbahnen auf die Vergrösserung des menschlichen Wissens um dessentwillen zu erkennen, weil gerade der universale und das Gesammtwissen nivellirende Charakter dieser drei Wis­sensblüthen seinen Ursprung nur einem universalen menschlichen Verkehre verdanken kann und dieser uns in seinem höchsten Maasse erst durch das Institut des Dampfverkehres zu Lande geboten worden ist.

Wir sehen demnach aus diesen wenigen Anführungen, dass das Institut der Eisenbahnen einen ganz erheblichen Antheil an der Vergrösserung oder Intensität des menschlichen Wissens hat, und zwar a) durch directe Hinzufügung neuer Disciplinen, also durch die Addition, b) durch die Verbindung dieser neuen Disciplinen mit bekannten, also durch die Multiplication des Wissens, und c) durch jene Läuterung des Wissens, welche lediglich ein Ergebniss des erleichterten Verkehres ist und im Allgemeinen den bezeich­neten universalen Charakter des Wissens hervorruft. Denn in dem erleichterten Maasse, als der Denker sich mit anderen Denkern besprechen, als der Forscher sein Anschauungsfeld persönlich vergrössern kann, als ihm die geistigen Werthe der Mitmenschen mehr und leichter zugängig werden, muss auch das Wissen mehr geläutertes Allgemeingut werden; und ist der Verkehr durch die universalen Kräfte des Dampfes und der Elektricität( obenanstehend die erstere im Verkehre zu Lande) universal geworden, so ist es auch die Läuterung. Das Beispiel von der Einseitigkeit des Stuben­gelehrten und von dem vielgereisten Forscher in unserer Zeit er­härtet dies genügend.

§. 2. Sein Antheil an der Ausbreitung des Wissens.

Die Ausbreitung des menschlichen Wissens erfolgt im Wesent­lichen auf zweierlei Art: a) durch die eigentliche Schule, und b) durch den persönlichen Verkehr oder die Schule des Lebens.