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IV. Aussergewöhnliche Unterbauten.
Die unregelmässig aufgeschüttete, südliche Böschung litt von dem Wellenschlage erheblich; derselbe gestaltete sie acht- bis zehnfüssig, und wurde die Dammböschung nach dem vorgeschriebenen Profile erst später geschüttet.
Die Enden des Deiches, also die Deichköpfe, die an den gegenüberliegenden Ufern des Fahrwassers und der Stromrinne auf den schon früher erwähnten Senkstücken lagerten, mussten durch eine feste Verkleidung aus Thon, Faschinen und Stein gegen die Fluthströmung gesichert werden, denn dieselbe arbeitete an den Köpfen des Deiches mit einer Geschwindigkeit von 1 bis 2 Meter per Secunde.
Die Fluth selbst wurde von dem Deiche 0.15 bis 0.18 Meter aufgestaut.
Es entstand dadurch an der unbefestigten, südlichen Böschung eine Lateralströmung, welche jedoch dadurch unschädlich gemacht wurde, dass man in der Nähe der Ufer des Fahrwassers und rechtwinklig auf die Richtung des Deiches Thondämme ausbaute, welche gleichzeitig die Sandanschüttung festigten.
Man war nunmehr zu dem schwierigsten Acte der Bauherstellung, nämlich zu der Absperrung der Fahrstrasse und der Stromrinne gelangt.
Die Deichschüttung im Bereiche der Stromrinne bot noch keine allzugrosse Schwierigkeit, weil diese Rinne zu jeder Ebbe längere Zeit trocken lag, der Zutritt also periodisch gestattet war. Man musste nun daselbst die Arbeit derartig vornehmen, dass jede kommende Fluth Material vorfand, welches der Wegspülung widerstand.
Zu diesem Ende wurden die schon früher erwähnten auf der Sohle liegenden Senkstücke( grosse Tafeln aus Faschinen mit Steinbeschwerung, deren Beschreibung wir weiter unten bei einem andern Ausstellungsobjecte bringen werden) in der ganzen Ausdehnung der künftigen Dammbasis mit Thon bedeckt und auf diesen, bevor die Fluth ankam, ein neues Senkstück gelegt, welches einen genügenden Steinballast erhielt.
Vor jeder Fluth wurde derartig vorgegangen und nur zuweilen der Thon statt mit Senkstücken gegen das Fortspülen, durch fest