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V. Tunnelbau.
praktisch gesichtet, sondern durch einige wesentliche neue Arten vermehrt worden. Unsere Zeit handhabt gegenwärtig vorzugsweise folgende Systeme: obe
Sommeiller( seit 1857), Sachs( 1863), Dubois und François ( 1868), Burleigh( 1869), Osterkamp( 1869) Doering, Mac- Kean ( 1872), Azzolino dell' Acqua( 1873), Ferroux( 1873), Ingersoll( 1873), Power Jumper( 1873), Darlington( 1873), Warsop( 1874), Geo H. Reynold( 1875), Turrettini( 1875) und Cranston( 1876).
Alle diese Maschinen sind sogenannte Percussionsmaschinen, und dominirt diese Varietät. Wir werden uns aus Grund dieser dermaligen Dominirung hier nur mit diesen sogenannten Percussionsmaschinen beschäftigen, obschon anknüpfend an unsere Abhandlungen vom Jahre 1864( Ržiha,„ Lehrbuch der gesammten Tunnelbaukunst") dem rotirenden Bohren für gewisse mehlige Gesteinsarten, deren Härtegrad selbst bis 3 reichen kann, und vorzugsweise im kalkigen Gesteine ein sehr günstiges Prognostikon gestellt werden muss, denn die verlorene Arbeitsleistung ist bei dem rotirenden Bohren weit geringer, als beim Percussionsverfahren, und wir besitzen in dem Aufleben der Diamantbohrung das Moment für die Einführung des fast unvernichtbaren Schabemittels zum Zwecke der Drehbohrung selbst in dem härtesten Gesteine. Ja wir erblicken in dem Drehbohrsysteme die schon im Boltontunnel bei Manchester von Donking angebahnte Herstellung kreisrunder Vorstollen, welches Ideal der Gewinnungsarbeit dem Vernehmen nach von Beaumont und Schmidtmann, wie auch von einigen amerikanischen Ingenieuren bereits werkthätig erstrebt wird und neuestens durch die Brunton'sche Maschine lebhaften Ausdruck erlangt hat.
Diese Erstrebung erfährt auch wesentliche Förderung durch die Herstellung kleiner Sprenglöcher vermittelst Dreharbeit, wie sie schon 1840 zu Lankowitz in Steiermark, später von Kranner in Prag, 1844( laut Mittheilungen) von Combes, das Weitere durch die Versuche von Rittinger und von dem Verfasser( in Braunschweig) exercirt wurden, und wie sie gegenwärtig durch das System LeschotBeaumont, dann durch den Drehbohrer von Lisbeth und allerneuestens durch den Ingenieur Reska in Prag mit so immensem Erfolge durchgeführt wird.