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Eisenbahn-Unter- und Oberbau : (Gruppe 18, Section 2) ; Bericht : 1 / von Franz Rziha
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V. Tunnelbau.

Widerstand gegen die durch die Bohrmaschine erzeugten Vibra­tionen, ferner die Bedingung der Oertlichkeit, an welcher die Ma­schinen arbeit durchzuführen ist, ferner die Universalität der Bohr­lochrichtung, und endlich die Nothwendigkeit, öfters eine grössere Zahl von Maschinen in einem beengten Raume unterbringen zu können: dies sind Factoren, welche die Lösung der Frage nach ei­nem besten Gestelle ganz ungemein compliciren. In der That sind aus Grund dieser Factoren sehr verschiedenartige Ideengestaltungen zu Tage getreten, und wenn wir uns bemühen, dieselben zu classi­ficiren, so vermögen wir die sämmtlichen bis jetzt vorhandenen Ge­stelle in fünf Hauptkategorien zu theilen, nämlich: 1. Handgestelle, 2. Balkengestelle, 3. einfache Säulengestelle, 4. Dreifussgestelle und 5. Wagengestelle.

Mehrere dieser Hauptabtheilungen zerfallen wieder in Unter­abtheilungen.

1. Handgestelle.

Dieselben sind durch einen hantirbaren Rahmen gebildet, welcher von dem einzelnen Arbeiter festgehalten und ange­drückt werden kann und der Bohrmaschine entweder zugleich als Schlitten oder als Lagerstätte dient. Derlei Handgestelle die­nen nur für einzelne Bohrlöcher; als ein Beispiel solcher Ge­stelle kann das Humboldtgestelle Nr. 878( aus dem bekannten Pro­specte über Gesteinsbohrmaschinen der Actien- Gesellschaft ,, Hum­boldt", vormals Sievers& Comp. zu Deutz) betrachtet werden. 2. Balkengestelle.

Als solche kann man jene Vorrichtungen bezeichnen, welche in einem einfachen, zwischen zwei Gesteinspunkten wag­recht oder mehr und minder geneigten verspannten Balken, sei dieser nun in Holz oder Eisen construirt, bestehen, welche Balken zur Aufnahme der einzelnen oder mehreren, und jedes­mal mit Universalgelenken versehenen Bohrmaschinen dienen. Diese Gestelle sind vorzugsweise beim Schachtteufen, beim Stollen­betriebe und beim Schlitzbetriebe beliebt, namentlich beim Schacht­betriebe desshalb, weil er Balken in Ketten gehängt, sofort und sammt den Bohrmaschinen vor dem Schiessprocesse in die Höhe