3. Maschinenbohrung.
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Welle tragen, auf der entweder unmittelbar oder vermittelst ausstreckbarer Rahmen oder starker Stangen die Bohrmaschine durch Universalgelenke befestiget sind. Beispiele solcher Apparate( welche jedoch sehr durch Viberationen leiden) sind unter andern das Burleighgestelle im Programme Mahler& Eschenbacher, sowie die Gestelle 882 und 885 der Actiengesellschaft Humboldt.
d) Gehäusewagen.
Solche Wagen bestehen aus einem durch eiserne Stangen gebildeten durchsichtigen Gehäuse, welches durch Anwendung von Etagen und Schraubensäulen die Lagerung mehrerer Maschinen ( in der Regel sechs, öfter auch acht) zulässt. Ein solcher Gehäusewagen versperrt fast den ganzen Stollen- oder Schlitzraum und kann entweder gegen die Gesteinswände verkeilt oder verschraubt oder so schwer construirt oder auch beschwert werden, dass die Viberationen bei der Bohrung und die Kräfte der Rückstösse aufgehoben werden, zu welchem Zwecke der ganze Wagen auf den Schienen befestigt werden kann. Solche Gehäusewagen wurden beim Mont- Cenis- Tunnel und werden gegenwärtig in verschiedener Detailconstruction beim Baue des St. Gotthard- Tunnels angewendet. Auch Brown hat für die Burleighmaschine derlei Wagen unter der Bezeichnung„ Tunnel Carriage" construirt. Vortrefflich construirte Gehäusewagen sind dermalen( 1876) im Tunnel bei Cochem in Verwendung.
Ausstellungsobjecte.
Die Wiener Weltausstellung brachte mehrere Bohrmaschinengestelle zur Anschauung, unter denen wir die folgenden erwähnen a) System Dubois& François( belgische Abtheilung Ma
schinenhalle). Das Gestelle ist auf Texttafel E dargestellt, war im Original ausgestellt und wurde zur Zeit der Ausstellung beim St. Gotthard- Tunnel angewendet; weder das Gewicht des Apparates, noch die bei ihm gestattete Verkeilung verhindern jedoch jenes Maass der Viberation, welches schädlich ist, und kehrte man desshalb beim St. Gotthard- Tunnel auf die bekannte, jedoch in etwas veränderte Gestelltype vom Mont- Cenis- Tunnel zurück.