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Eisenbahn-Unter- und Oberbau : (Gruppe 18, Section 2) ; Bericht : 1 / von Franz Rziha
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V. Tunnelbau.

gerüstung im Tunnel von Harecastle und der Abtreibevorrichtung auf den Gruben zu Freienwalde.

Angeregt durch die ausserordentlichen Schwierigkeiten und Druckfälle im Czernitzer Tunnel, welche besonders in Consequenz eines Bausystemes( Kernbau) hervorgerufen wurden, das seitdem end­lich verlassen wurde, entstand durch unablässiges Nachdenken inner­halb der Zeit vom Jahre 1857 bis 1861 das System des Verfassers, dem später andere Bauweisen, Tunnelbauten mit eiserner Rüstung herzustellen, folgten; und zwar namentlich das Verfahren von A. E. Beach( vergleiche Zeitschrift des Vereines deutscher Ingenieure", Jahrgang 1870, pag. 576), welches die Vorpressung eines Ringes mittelst Wasserdruck zu Zwecken der Mauerung eines kreisrunden Tunnels in Newyork von 2.84 Meter äusserem Durchmesser zum Gegenstande hat; ferner das Verfahren von Barlow, welches bei dem neuen, 2.133 Meter äusseren Durchmesser haltenden Themse­tunnel angewendet wurde und ebenfalls( aber unter Zuhilfenahme einer Vorminirung) in der Vorpressung eines in der Brust mit einem Schilde gesicherten, eisernen Röhrenstückes durch Schrauben be­festigt; des Weiteren das Bauverfahren, welches bei den Wasser­leitungsstollen unter dem Michigansee angewendet wurde; ferner das Ruppert'sche Verfahren der Vorwärtspressung eines allerdings nur 3 Fuss 6 Zoll grössten Durchmesser haltenden, elliptischen, eisernen Rohres; endlich das Project des Professor's Dr. Winkler, bestehend in der Einbringung eiserner Wandung zum Ersatze der Mauerung.

Diese verschiedenen Verfahren beschränken sich indess nur auf die Herstellung kleiner Querschnitte, beziehungsweise( Winkler) auf den sofortigen Einbau definitiven Stützmateriales, so dass das System des Verfassers( Ržiha), welches die Herstellung unter­irdischer Tunnelräume zu Zwecken der Auswölbung derselben in Absicht hat, als eigentliches Tunnelbausystem in Eisen bis heute noch allein dasteht.

Das System Ržiha

war auf der Ausstellung im Rahmen des Lehrbuches der gesammten Tunnelbaukunst, also nur in einer anderen Form vertreten, wie auf