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Eisenbahn-Unter- und Oberbau : (Gruppe XVIII, Section 2) : 2 / Bericht von Franz Rziha
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Brückenbau.

durch Baggerung, Betonirung oder Pilotirung zur Aufnahme des ankommenden Pfeilers sorgfältig hergerichtet wurde.

Dieses Fundirungssystem, welches von dem Ingenieur Eads unter dem Schutze eines eisernen Fangmantels à la Moorsom und Pluyette für die Erbauung der grossen St. Louis- Brücke über den Mis­sissippi 1867 und zwar in Dimensionen von 50 Fuss Breite und 100 Fuss Länge anfänglich projectirt war und welches in Oesterreich beim Baue der Oesterreichischen Nordwestbahn( 1871), wie auch neuestens in Deutschland beim Baue der Parnitzbrücke in Stettin( 1875) und beim Baue der Brücke über den Connecticut bei Northampton ( woselbst ein umgekipptes solches Schwimmpfeilerfundament wieder gehoben und richtig gestellt wurde), mit hervorragendem Erfolge angewendet wurde, war auf der Wiener Weltausstellung unseres Wissens nicht vertreten.

V. Capitel. Senkschächte.

S. 1. Geschichte der Senkarbeit.

Unter der Fundirungsart vermittelst eines ,, Senkschachtes" verstehen wir die Niederbringung einer steinernen oder eiser­nen Schachtwandung von runder oder eckiger Gestalt in einer Weise, wonach ohne Zuhilfenahme comprimirter Luft ( zur Unterscheidung von der pneumatischen Fundirung) der Boden unter dem Fusse der Schachtwandung successive weggegraben und die Erreichung der Tiefe durch das eigene oder künstlich vermehrte Gewicht des Schachtes( Pfeilers) erzielt wird.

In wissenschaftlicher Hinsicht ein Kind des Bergbaues, hat die Schachtsenkung" nämlich schon so ausgezeichnete Resultate auf­zuweisen, dass diese Erfahrungen der Bergingenieure unbedingt zu grossen Fortschritten auf dem Gebiete des Brückenbaues führen müssen

Ihrer Wesenheit nach zerfällt die Senkarbeit in zwei von ein­ander gänzlich verschiedene Arten, nämlich: in die Senkarbeit im Trockenen und in die Senkarbeit unter Wasser; in dem ersteren Falle werden die Wasser aus dem Schachte stetig heraus­gepumpt, in dem zweiten Falle lässt man die Wasser aufgehen und