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Brückenbau.
4. Fundirung bei den Erweiterungsbauten der Berlin- Stettiner Eisenbahn, ausgeführt 1864 bis 1869 vom Geheimen Regierungsrath T. Stein. ( Ausgestellt im deutschen Pavillon, Gruppe XVIII.)
Die in der bekannten Monographie von Stein näher beschriebenen Fundirungen mittelst gemauerter Senkschächte bei der Fluthbrücke im Oderthale( 1864), dann der rechtsseitige Landpfeiler der Oderbrücke( 1867), sowie die Fundirung der Futtermauer am Parnitzufer( 1864) waren durch Zeichnungen näher zur Anschauung gebracht, und ist in der genannten Monographie die indische Schaufel in ihrer Construction und Handhabung besonders deutlich dargestellt.( Vergleiche auch„ Zeitschrift für Bauwesen", 1864, Bau der Allahabadbrücke.)
Die Fundirung der genannten Brunnen erfolgte theils mit, theils ohne Sümpfung, theils mit rundem, theils mit quadratischem Querschnitte und drang anstandslos 21 Fuss unter das Terrain und respective 29 Fuss unter das Wasser.
VI. Capitel.
Pneumatische Fundirung.
§. 1. Geschichte der pneumatischen Fundirung.
Unzweifelhaft angeregt durch die submarinen Arbeiten mittelst der Taucherglocke, welche bei Brückenbauten zuerst von dem englischen Ingenieur Smeaton, und zwar im Juli 1778, bei der später verunglückten Brücke von Hexham in Northumberland angewendet und welche ebenfalls im Jahre 1778 von Coulomb zu Felsensprengungen unter Wasser vorgeschlagen wurde, hat Lord Cochrane in England schon 1831 zuerst den Gedanken ausgesprochen, mittelst künstlicher Verdichtung der Luft in tiefen Schächten die Wasser zurückzuhalten und hat bekanntlich der Ingenieur Triger bereits 1839 in einem Schachte bei Chalonnes im Maine et Loire- Departement die Wasser und den Schwimmsand vermittelst comprimirter Luft verdrängt. Zu Dauchy im Departement du Nord( 1845), dann zu Streppy- Braguegnies in Hennegau, ferner zu Seraing wurde dieses Verfahren bei Bergbauschächten wiederholt und dasselbe zu