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Eisenbahn-Unter- und Oberbau : (Gruppe XVIII, Section 2) : 2 / Bericht von Franz Rziha
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Brückenbau.

Als die neuesten und wahrhaft grossartigen Leistungen auf dem Gebiete des Baues eiserner Pfeiler sind noch die Bauten des Portage Viaductes in Amerika und jener der Porto- Brücke über den Duoro in Portugal zu erwähnen. Das erstere, an Stelle des alten, hölzernen Portage- Viaductes erbaute Werk, ist von Pontzen ( Wochenschrift des österreichischen Ingenieur- und Architekten­Vereines, 1876, Nr. 14) näher beschrieben; es ist 250.0 Meter lang, 71.7 Meter hoch, hält 7 eiserne Pfeiler von 15 bis 61 Meter Höhe und wurde in 86 Tagen, von denen nur 70 als Arbeitstage gerechnet werden können, durch G. S. Morison erbaut; der Quadratmeter Aufrissfläche der ganzen Brücke kostete nur 18%, Gulden und beanspruchte 56.6 Kilogramm Eisen. Das andere von Eiffel und Compagnie erbaute Werk ist 330 Meter lang, 61 Meter hoch, über­brückt den Ebro mittelst eines eisernen, gitterförmigen, freien Bogens von 160 Meter Spannweite und ruhen von den 8 eisernen Pfeilern, vier derselben auf diesem Centralbogen; diese hoch interessante Construction ist von den Herren Krantz, Malinos und de Dion( Paris 1875, bei Gaudier et Regnault) näher beschrieben.

Bezüglich der Fortschritte in der Construction der eisernen Thurmpfeiler zu Eisenbahn- Viaducten, neigt man sich immer mehr dahin, das eigentliche Ständerwerk aus eisernen Röhren zu machen, deren Versteifung aus leichtem Netzwerk besteht, auch die Stabili­tät der Pfeiler gegen den Windstoss durch eine einfache Ver­grösserung der Pyramidenbasis zu erzielen, und die Zahl der Ständer­röhren, seit v. Nördling's Constructionen, auf 4 zu reduciren.

Ein weiterer Fortschritt des Thurmpfeilerbaues besteht auch darin, dass man die steinernen Pfeilersockel, wie es bei den Via­ducten von Bouble und Bellon und bei jenem von Weissenbach bereits geschehen, immer mehr verkürzt; endlich, bedingt durcb eine vorhandene Steinsohle, auch sogar zu Pfeilerbauten ohne Sockel, wie es beim Varrugas- Viaducte( vergleiche Pontzen in der Zeit­schrift des österreichischen Ingenieur- und Architekten- Vereines) der Fall ist, übergeht.

Zur Beurtheilung der chronologischen Entwickelung und der Constructionsverhältnisse des Baues eiserner Thurmpfeiler mag die folgende, nach verschiedenen Quellen eigens zusammengestellte Tabelle dienen.