282
Brückenbau.
ziehung auf die folgende Uebersicht, wie lückenhaft diese auch sei, weil für unsere Zwecke die Uebersicht mehr Werth hat, als das detaillirte Eingehen in ein förmliches Labyrinth verkörperter Ideen. Der Einfachheit der Eintheilung halber rechnen wir unter die Balkenbrücken auch jene Systeme, wo der Balkenträger durch Sprengwerke unterstützt ist.
I. Capitel.
Einfache Barren.
Als nach den französischen Kriegen zu Anfang unseres Jahrhundertes die Entwickelung der Roheisenproduction mächtig auftrat, schritt man in Nachahmung der gegossenen Schienen dazu, grössere gusseiserne Tragrippen zu Ueberbrückungen anzuwenden, und gebrauchte man schon 1824 solche bis zu 40 Fuss Brückenweite.
Mit der Entstehung der Eisenbahnen nahm die Anwendung solcher Barren zur Ueberbrückung der Durchlässe sehr überhand, weil die Gewährleistung eines tieferen Niveaus und die Bequemlichkeit und Raschheit der Herstellung zu dessen Gunsten sprachen.
Insbesondere war es England, welches mit dieser Brückenconstruction den Reigen der Anwendung eröffnete, und folgten Belgien, Frankreich und Deutschland diesem Beispiele in einer Art, welche sich durch die verschiedensten Formen im Querschnitte und im Längenschnitte solcher Barren äusserte.
Wir weisen in dieser Beziehung nur auf die Beispiele hin, welche Seitens der Blackwallbahn( 14.02 Meter Spannweite), der York- Middland- Northern- und Easternbahn( bis 20.16 Meter), der Badischen Staatsbahn( 3.0 bis 5.1 Meter), hier besonders bei den Brücken zu Malsch, Ettlingen und Oos, und bei der Main- Weserbahn in den Brücken zu Häuserbach, Vilbel, Niederwöllstadt gegeben wurden. Auch Zusammensetzungen solcher gusseisernen Barren aus mehreren Stücken mit Zuhilfenahme von Schmiedeisen fanden statt, wie dies zum Beispiele in der von Marcellis und Duval verfassten und von dem Minister Rogier protegirten Construction der 18.4 Meter weiten Scheldebrücke zu Gent( 1840), wie auch bei der Appenweierbrücke( 7.2 Meter Spannweite) der Fall war.