IV. Eiserne Brücken.
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Dieses System gusseiserner Barren wurde indess insbesondere durch die misslichen Erfahrungen, welche man in England damit gemacht hatte und die in der Natur des Gusseisens begründet waren, gar bald durch gewalzte und, wie wir weiter unten anführen werden, durch einfache Blechträger verdrängt, so dass wir heute, wo der Walzprocess der Bauträger, wie es das auf der Ausstellung in Wien Seitens der Burbacher Hütte ausgestellt gewesene 26.0 Meter lange, 157 Millimeter hohe und 12 Millimeter dicke, mit Ausladungen von 96 Millimeter versehene Winkeleisen erwies, bedeutsam fortgeschritten ist, von der Anwendung gusseiserner Träger fast gänzlich absehen.
In der That spielt auch bekanntlich der Walzträger bei dem modernen Eisenbahn- und bei dem gesammten Hochbaue eine solche bedeutsame Rolle, dass die zahlreiche Vertretung solcher sogenannten„ Bauträger" auf der Wiener Weltausstellung einen Umfang angenommen hatte, wonach derselbe hier im Detail nicht weiter verfolgt werden kann.
Wir erwähnen hier nur, dass die Ausstellung förmlich darauf hinwies, wie die Industrie in der Herstellung der Bauträger sich geradezu separirt hat und wie, darauf bauend, die ausgestellt gewesenen Normalien verschiedener Eisenbahndirectionen diese Separation ausgenützt haben. Insonderheit haben die Lemberg- Czernowitzer Bahn, die Nordwestbahn, die Venlo- Hamburger Bahn und die Württembergische Staatsbahn derlei bestimmte Normalien zur Ausstellung gebracht.
Die Venlo- Hamburger Bahn wendet derlei Träger zwischen 4 und 12 Fuss Weite principiell an; bei 6 Fuss 10 Zoll Trägerlänge nimmt dieselbe Träger von 111, Zoll, bei 15 Fuss 2 Zoll Trägerlänge solche von 161 Zoll Höhe an, in welch' letzterem Falle beiderseits 1 Fuss 11 Zoll auf Auflager gerechnet werden. Die Württembergische Staatsbahn geht mit ihren gewalzten Trägern ebenfalls bis 12 Fuss 3.438 Meter Lichtweite bei 4.24 Meter Trägerlänge, welche Träger 396 Millimeter Höhe, 17 Millimeter Steg messen und 97.27 Kilogramm pro laufenden Meter wiegen.
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