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Eisenbahn-Unter- und Oberbau : (Gruppe XVIII, Section 2) : 2 / Bericht von Franz Rziha
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Brückenbau.

fach und insbesondere bei Eisenbahnbauten zur Anwendung ge­langt waren, stellte sich gar bald heraus, dass die Blechwände der hohen Träger Verdrückungen ausgesetzt seien; man verfiel daher nicht nur auf die schon angedeuteten Wandversteifungen durch senkrechte Rippen, sondern auch auf eine Duplirung der Wände; welche, mit gemeinsamer Ober- und Untergurt versehen, als­dann Kastenträger bildeten, deren Hohlraum zu weiteren Ver­steifungen ausgenützt werden konnte.

Anfang der Vierziger Jahre führte Stephenson derlei Kasten­träger mehrfach aus und wendete er für die Construirung der Ober­gurte Gusseisen an. Als besondere Beispiele derlei Constructionen von Kastenträgern dienen: die Brücke zu Camden der North- Western Eisenbahn( 18 Meter Spannweite, 27 Meter Höhe der Wände, guss­eiserne Kopfplatte von Form); die Eisenbahnbrücke in der Vor­stadt Gateshead zu New- Castle u. T.( 27.0 Meter Spannweite, 9 Fuss Wandhöhe, Verschraubung der gusseisernen H- förmigen Kopf­platten mit den Fussplatten und den Querträgern) und die Eisenbahn­brücke über die Althorpe- Street( 18.0 Meter Spannweite, 1.95 Meter Wandhöhe, 0.75 Meter Breite, HH- förmige gusseiserne Kopfplatte, diagonale Versteifung der Wände im Innern des Kastens vermittelst gusseiserner, durchbrochener und gerippter Platten und Aufhängung der Querträger an diese Platten durch verkeilte eiserne Stangen). Eine besondere Ausbildung repräsentirt auch die von Stephenson und Fairbairn construirte Court- Street- Brücke in der Eisenbahn Rugby- Leamington; dieses Bauwerk überbrückt unter 47 Grad 50 Minuten vermittelst dreier Träger eine Spannweite von 12.6 Meter schief, hat eine TT- förmige gusseiserne Obergurte, und haben die Kastenwände eine schräge Stellung, so dass sich der Trägerquerschnitt als Trapez formirt; die Kopfplatte ist, wie auch bei den früher ge­nannten Brücken durch angegossene Querplatten versteift, welche zugleich die Längenverbindung vermitteln.

Die neue Construction fand jedoch gleich in ihrem Entstehen desshalb nicht viel Anklang, weil viele englische Ingenieure sich principiell gegen eine Anwendung des Gusseisens bei Eisenbahn­brücken aussprachen, selbst wenn es nur auf Druck in Anspruch genommen wird. Unterstützt durch die ausgedehnten Versuche, welche anlässlich des damaligen Projectes der Britanniabrücke