312
Brückenbau.
eiserner Dreiecke und in einer eigenthümlichen Längskuppelung derselben, auch in der Anwendung einer gusseisernen, gestückten Obergurte besteht und bei seinem Auftreten durch die Kuppelung und Verzwängung aller Trägertheile ein gewisses Aufsehen machte) dennoch in Frankreich, Italien, England, Deutschland und namentlich in Oesterreich Bahn; Culmann gab jedoch schon 1852 auf Grund seiner Reise nach Nordamerika eine a bfällige Kritik und illustrirte insbesondere in sehr praktischer Weise schon damals die Verschiebbarkeit der Dreiecksverbindungen und die dadurch hervorgerufene aussergewöhnliche Inanspruchnahme der Langschienen. Im Nachfolgenden erwähnen wir hier nur einige Beispiele der Anwendung dieses Systemes:
1) Strassenbrücke über die Ruppel zwischen Boom und PetitWillebroek( acht Oeffnungen und zwar sechs à 26.5 Meter, eine à 25.43 Meter Spannweite, die letzte Oeffnung Drehbrücke).
2) Brücke über die Bečva bei Prerau in der Kaiser FerdinandsNordbahn( fünf Oeffnungen à 19.91 Meter Spannweite).
3) Gumpendorfer Brücke über den Wienfluss in Wien( 20.22 Meter Spannweite).
+) Karolinenbrücke über den Wienfluss in Wien( 36.17 Meter Spannweite).
5) Elbebrücke bei Leitmeritz, Strassenbrücke( fünf Oeffnungen à 40.92 Meter Spannweite).
Eine grosse Verbreitung hat indessen das System Neville, welches gegenwärtig wohl fast nirgends mehr angewendet wird, überhaupt nicht gefunden, zumal es
2. durch das System Warren( 1849) schon nach seinem Auftreten verdrängt wurde, indem Capitän Warren seine gleichschenkligen Dreiecke an eine zusammenhängendere Obergurte knüpfte, seine Stäbe auf Zug und Druck durch die Wahl entsprechender Querschnitte einrichtete und eine weit rationellere Detailverbindung in die Construction brachte. Das System wurde auch zu weit grösseren Spannweiten, wie das Neville'sche und namentlich auch vielfach zu Eisenbahnbrücken verwendet und besonders in Amerika, in England und in Indien ausgeführt.