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Eisenbahn-Unter- und Oberbau : (Gruppe XVIII, Section 2) : 2 / Bericht von Franz Rziha
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IV. Eiserne Brücken.

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in 2.5 Meter, oberhalb den Pfeilern jedoch in 2.7 Meter situirt. Ansicht und Querschnitt dieser Brücke befinden sich auf Tafel VII und IX.

Abweichend vom Baue anderer Viaducte mit eisernen Pfeilern und begründet durch die örtlichen Terrainverhältnisse, denen nur eine beschränkte Montirungsbaustelle abgerungen werden konnte, erfolgte die Verschiebung des Trägers unter Vermehrung der Stütz­punkte durch zwei hölzerne Pfeiler, welche nach jeder Verschiebungs­campagne abgetragen und weiter vorwärts gestellt wurden.

In der ersten Campagne war der vorgeschobene Träger 162.9 Meter, in der zweiten 238.1 Meter, in der dritten 263.3 Meter, in der vierten 328.5 Meter, in der fünften 373.5 Meter lang, welche totale Trägerlänge nunmehr noch in einer sechsten und siebenten Campagne an die definitive Stelle geschoben wurde.

In 54 Arbeitstagen wurde der Nutzweg von 373.5 Meter, also pro Tag im Durchschnitte ein solcher von 6.907 Meter zurückgelegt. In der zwischen dem 5. August 1869 und 31. Mai 1870 vollführten Verschiebung figurirt der 6. August 1869 mit dem Vorschiebe­maximum von 19.50 Meter; in der letzten Schiebe campagne allein betrug das Maximum am 27. Mai 1870 10.75 Meter.

Die Verschiebung erfolgte vermittelst Schieberatschen von 6.4 Meter Hebellänge, welche über die Träger emporragend, mittelst Seilen gekuppelt, durch Krahne vorwärts bewegt und im Anfange der Schiebung mittelst Flaschenzügen, in den letzten Campagnen ebenfalls mittelst Krahnen zurückbewegt wurden; in der letzten Campagne waren 22 Schieberatschen auf jeder Seite des Trägers, also 44 im Ganzen nothwendig, welche durch drei an der Spitze des Trägers befindliche Krahne vorwärts und durch einen am rück­wärtigen Ende des Trägers zurückbewegt wurden; ausserdem war an demselben Ende des Trägers noch ein fünfter Krahn mit directem Anzug gegen das Widerlager wirksam; im Ganzen arbeiteten in dieser letzten, siebenten Campagne 23 Mann an der Vorwärts­bewegung des 21.600 Zollcentner schweren Trägers und sechs Mann am Zurückziehen der Ratschenhebel. Die Skizze einer solchen Ratsche befindet sich auf Tafel IX.

Das gesammte Eisengewicht des Trägers beträgt 1,050.300 Kilo­gramm; es entfallen daher pro laufenden Meter Trägerlänge 2811 Kilogramm. dan