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Eisenbahn-Unter- und Oberbau : (Gruppe XVIII, Section 2) : 3 / Bericht von Franz Rziha
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Oberbau.

respective rasch zu demontirende oder rasch zu deplacirende Bahnen im Kriege.

11. Der neue Oberbau ist ausnehmend billig in Beschaffung und Legung und voraussichtlich( wegen seiner ungemeinen Einfach­heit) auch in seiner Unterhaltung.

Gehen wir in unseren Reflexionen über das neue Oberbausystem, welches in Fachkreisen gerechtes Aufsehen erregt, noch weiter, so haben wir noch Folgendes hervorzuheben.

Man mag über die technische Frage des eisernen Ober­baues denken, wie man will, so müssen alle Parteien dahin einig sein, dass das Ideal eines eisernen Oberbaues das eintheilige System mit breiter, kofferartig gestalteter Basis und geringer Hebel­höhe sein würde und dass dieses Ideal seit der Einführung des Bessemerprocesses, also seit der grösseren Dauer der eintheiligen Schiene, desto mehr an Berechtigung gewinnt.

Wir kommen also mehr oder minder nach langjähriger Er­fahrung wieder auf den Ausgangspunkt im eisernen Oberbaue, auf jene Constructionen zurück, die, in ursprünglicher Reinheit des Gedankens erfasst, von Reinolds und von Barlow dem Fach­kreise dargeboten wurden. Man lese nur die Berichte von Tellkampf und Nördling über die Barlowschiene( ,, Zeit­schrift des Hannövrischen Ingenieur- und Architektenvereines", Jahrgänge 1851 und 1852, auch von le Chatelier in den Annales des Mines", tom. I, 1852), und man muss erkennen, dass es heute, nach dem Schutze gegen rohe Abspleissung der Schiene durch den Bessemerprocess nur noch der Widerstand ist, den die Gewalt der Dilatation auf das durch Laschung geeinte Gefüge dem ein­theiligen Systeme entgegenstemmt, allemal nur einem eintheiligen Systeme von richtiger, praktischer, ein Umkippen und ein Eindrücken umgehender Profilform, einem solchen ohne unberechtigte Hebelan­griffe. Derjenige Mann, welcher ein eintheiliges, praktisches Profil mit völlig ausreichender Schutzwehr gegen die Nachtheile der Dilatation schafft, wobei man unwillkürlich an die verbesserten Bar­low'schen Sättel, an Reinolds' Muffen( vgl. pag. 6) oder an A uf­fädeldornedenken muss, dieser Mann würde, unserer Ansicht nach, das ,, Ei des Columbus" auf dem Gebiete des eisernen Oberbaues hin­stellen. Wie die Sache nun heute liegt, wo ein eintheiliges System