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Objecte der Kunst und Gewerbe früherer Zeiten : (Exposition des Amateurs ; Gruppe XXIV) ; Bericht / von Carl Lind
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Objecte der Kunft und Gewerbe früherer Zeiten.

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taufchirten Strichen und in einer breiten Bordure des Schofses aus. Die Prunk. rüftung Philipp III.( regierte 1598 bis 1621) gehört hinfichtlich der darauf verwen­deten Verzierung theils in getriebener, theils in goldtaufchirter Arbeit zu den intereffanteften Objecten diefer Abtheilung. Sämmtliche Rüftungsbeftandtheile find mit zierlich gemufterten, aneinander gereihten Bändern überzogen, deren Deffins neben fchwungvollen Renaiffancemuftern auch ein dem gothifchen Lilien­bande ähnliches Ornament in Relief ausgeführt enthalten. Die vierte Rüftung, beftimmt für das fchwere Geftech, wird dem Don Juan d'Auftria, dem Sohne Carl V. und der fchönen Regensburgerin Barbara Blumbergerin( geboren 1547, geftorben 1577) zugefchrieben. Sämmtliche Theile find mit ftark hervortretenden, vergoldeten Strichen verziert, die Bruft ift mit einem derben Rüfthaken, rechtfeitiger Schweb­fcheibe und an der linken Seite mit kleiner, unten abgerundeter, gegitterter Tartfche verfehen. Ausserdem find noch zwei Rüftungen für Kinder ausgeftellt gewefen, beftehend aus blau angelaufenem Harnifch fammt Helm und Armzeug; fämmtliche Stücke haben die gewöhnliche, gegen die Mitte des XVI. Jahrhundertes übliche Form und find mit reicher, vergoldeter Aetzung verziert. Von den übrigen Gegenftänden aus der Armeria nacional feien erwähnt: eine Sturmhaube von der bekannten, in eine Spitze zulaufenden Geftalt ohne Genickſchirm, mit Nafeneifen und geätzter, vergoldeter Verzierung, erbeutet in der Schlacht bei Lepanto und zugefchrieben dem Ali Pafcha, zwei kleine Schilder runder Form, der eine mit mit goldtaufchirter Einfaffung, der andere mit reichem Figurenfchmuck in getrie­bener Arbeit, wahrfcheinlich italienifches Product, endlich vier theils ins XVIII., theils ins XIX. Jahrhundert gehörige Gewehre, beachtenswerth durch die gefchmack­vollen, in Gold ausgeführten Verzierungen am Laufe und Schloffe.

Die Rückwand des Cabinetes, in welchem diefe Gegenftände aufgeftellt waren, zierte ein grofser, mit Hochrelief- Stickereien gefchmückter Teppich aus dem Anfange des XVIII. Jahrhunderts. Als Beiſpiel recht hübfcher Holzfchnitze­reien find zu erwähnen: ein kleiner tragbarer, der Kathedrale zu Leon gehöriger Predigtftuhl und der Rücktheil eines Chorftuhles, erfterer ohne Schalldeckel hat die acht Felder der Brüftung mit Schnitzereien in Relief gefchmückt, der obere Theil jedes Feldes ift mit gothifchem Mafswerk, der untere mit Blumengewinden und Engelfigürchen im Gefchmacke der Renaiffance ausgefüllt. Aehnliches gilt vom Chorgeftühle, das in der Zeit Ferdinand des Katholifchen entftanden fein dürfte und in feinen Verzierungen gothifche und Renaiffancemotive vereint.

Den zweiten bedeutend gröfseren Raum betrat man durch eine Thüre, in welcher eigenthümlicher Weife, wenn auch gut arrangirt, ein Pluviale als Vorhang verwendet wurde. Diefes kirchliche Gewand, aus rothem, gold durchwirktem Stoffe beftehend, insbefondere die breite, koftbare, mit Stickereien auf Goldgrund gefchmückte Borte am Vorderrande des Kleides und der ebenfo behandelte Rückenfchild verdienten einige Beachtung. In der Nähe der Thüre befanden fich noch einige mit Stickereien gezierte Fragmente von Kirchengewändern, fämmtlich der Capelle des Sct. Jacob- Spitales in S. Jago entnommen und aus dem XV Jahr­

hundert ftammend.

In diefem Saale fanden fich zahlreiche Antiquitäten der verfchiedenften Art, wie zwei Truhen mit Holzfchnitzereien, eine mit fpätgothifcher Verzierung, die andere mit folcher im Gefchmacke der Renaiffance, Steinwaffen, altperfifche und peruanifche Vafen, zwei broncene Aftrolabrien, alte fpanifche Landkarten, antike, orientalifche und mexicanifche Gefäfse, Figuren und Reliefs, folche aus der früh­romanifchen Zeit und noch ältere aus der Zeit der Völkerwanderung mit unver­kennbarem Einfluffe des gothifchen Volkes theils in Originalen, theils in Gyps­abgüffen, Publicationen der neueſten Zeit über die Kunftdenkmale Spaniens und deffen Gemäldefammlungen, zahlreiche, mitunter grofsen Meiftern zugefchriebene Gemälde, etliche Tafelmalereien, Münzen etc.

Das bedeutendfte Ausstellungsobject diefes Saales war die grofse aus Bronce gegoffene Grabplatte, welche vom archäologifchen Muſeum zu Madrid zur Aus­