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Bildende Kunst der Gegenwart : (Gruppe XXV) ; Bericht / von Josef Bayer und Josef Langl
Entstehung
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Die Malerei.

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ponirt, mit bedeutfamen Köpfen und Geftalten. Aus der ruffifchen Sage brachte uns derfelbe Maler den Helden Dobrynja; aus der neueren ruffifchen Gefchichte Nicolai Gay einen Peter den Grofsen und Carewitfch Alexis", den Letzteren mit einem ganz confiscirten Prinzengefichte, niedergedonnert und doch dabei un­verbefferlich. In der monumentalen Richtung der Malerei waren Theodor Bruni's Cartons zu den Fresken in der Ifaakskirche im höchften Mafse beachtenswerth: ein durchaus intereffanter Verfuch, für den religiöfen Gegenftand im Sinne der griechifch- ruffifchen Glaubensempfindung und doch zugleich nach den Anforde­rungen der edleren Kunft einen ftiliftifchen Ausdruck zu finden, ohne im Geringften nach Art der alten Ikonoftafen- Heiligen zu archaifiren. Beinahe glaubten wir da eine freie ruffifche Ueberfetzung der Compofitionsweife von Cornelius vor uns zu fehen.

Nebenbei fanden wir auch ein Stück gemalter ethnographifcher Ausftel­lung in dem ruffifchen Saale: z. B. eine Zigeunerin", dann ein mordwinifches. Mädchen", ferner die ruffifchen Sectirer" Duchoborzi" von Alexius Charla­moff; eine Frau aus dem Gouvernement Kursk" von Gregor Sfed off, vor wiegend Coftümftudie;" wandernde Bettler" von J. M. Prianifchnik off; end­lich, vor Allem charakteriftifch, aber für den Culturmenfchen nichtsweniger als erfreulich, die Barkenzieher an der Wolga" von Elias Riepin. Macht es an fich fchon keinen erhebenden Eindruck, die Pferde Arbeit des Schiffziehens von keuchenden Menfchen verrichten zu fehen, fo wird derfelbe doppelt deprimirend, wenn man diefe Kerle mit den wirren ins Geficht fchlagenden Haaren, mit den ftumpf- brutalen Zügen näher durchmuftert. Inmitten des intenfiven Sonnen­glanzes, der über der breiten Wafferfläche und dem trockenen Uferboden brennt, tritt die wildfremde, barbarifche Gruppe in beunruhigender greifbarer Nähe an uns heran. In der energifch wiedergegebenen, fonnigen Haltung, wie in der Charakteriſtik der Figuren ift das Bild übrigens ganz vortrefflich.

Einen Blick in die ruffifche Volksfeele, Schilderungen aus dem Leben und Treiben des Volkes nach der gemüthlichen oder humoriftifchen Seite hin gaben uns mehrere echt nationale Genremaler von gutem Aug' und frifcher Auffaffung. Zunächft Conftantin Makowsky in einem grofsen Bilde, die Butterwoche in Moskau", einem völligen Compendium des Strafsenlebens dafelbft bei feftlichem An­laffe, mit einer Reihe fcharf bezeichneter Typen durch alle Claffen der Gefellſchaft. hinab; dann Wladimir Makowsky in einigen nicht minder verdienftlichen Genrebildern: Knöchelfpielende Bauernjungen" ,,, Empfangszimmer eines Arztes" und Die Nachtigallenliebhaber". Zwei Kinderbilder von Carl Huhn in Peters burg wohl keinem Ruffen, Kinder und Kätzchen" und" Das kranke Kind" find eben fo gemüthlich anziehend, als fein behandelt.

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Von kriegerifchen Darftellungen enthielt die ruffifche Abtheilung einiges Vorzügliche. Zunächft Alexander Kotzebue's grofses Gemälde Avantgarden­gefecht bei Karftula in Finnland 1809". Der dargestellte Kampfmoment die Ruffen haben eine von dem Feinde fchon theilweife in Brand gefteckte Brücke forcirt, während diefer, hinter langen Verhauen verfchanzt, fich zum letzten Kampfe zufammennimmt ift geiftreich und lebendig vergegenwärtigt, die Be handlung der Soldatengruppen trotz der wenig kleidfamen Adjuftirung jener Zeit von grofsem malerifchen Reiz; zugleich gefellt fich dazu der merkwürdig wahre Localton des Ganzen, der nach Fr. Pecht's eingehender Schilderung diefes Bil. des uns fo ganz den Charakter jener zerftreuten Kämpfe in einem menfchen­armen, öden, aus Seen, Sümpfen und nackten Felfen beftehenden Lande zeigt und uns das Rauhe, die düftere Dürftigkeit diefer nur mit Waffer und Steinen ge­fegneten Natur, fowie das Schreckliche eines Kampfes in folch' unwirthlicher Gegend auf's Deutlichfte anfchaulich macht." Von Bogdan Willewalde waren drei Schlachtbilder( von Grochow, Bronnizi, Gravelotte) ausgeftellt; kleine Cabi­netsftücke meifterlicher Bataillenmalerei, von feinfter, faft allzu zierlicher Durch­bildung. Peter Grufinsky gab eine fehr charakteriftifche Epiſode aus dem