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Bildende Kunst der Gegenwart : (Gruppe XXV) ; Bericht / von Josef Bayer und Josef Langl
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Die Malerei.

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riftifchen; der Fangetanz der Eingebornen in der dänifchen Colonie Godthaab" von Carl Rasmuffen gehört da höchftens zu dem Abfonderlichen. Sehr anzie­hend durch ergötzlichen Humor, wie durch treffliche techniſche Behandlung waren die Genrebilder Profeffor Carl Bloch's; zunächft das am Kochherd einge­fchlafene, vom Feuerfchein beleuchtete Dienftmädchen, fein Fifcherknabe" und drei fehr luftige Capucinaden: Der taube Mönch"," der Capuciner mit Zahnfchmerzen" und der Frater Küchenmeifter, der Hühner rupft". Die Marine, fowie die Fjord- und Küftenlandfchaft war durch C. Sörenfen, A. Melbye, G. Libert, G. Groth, Chr. Eckardt fehr ftattlich vertreten; einen Blick in Scenerie und Volksthum von Island gewährte Profeffor H. Schiött( ,, Ein Sagalefer in einer isländifchen Bauernftube"," Anficht von Tingewalle"), fügte aber freilich in dem Bilde ,, Braga und Idun" etwas conventionelle nordifche Mythologie hinzu.

Eine weitere Probe derfelben wurde uns in der fchwedifchen Abthei­lung( die nebenbei bemerkt nur 43 Bilder enthielt) gleich in grofsem Format in M. Winge's Gemälde Der Kampf Thor's mit dem Riefen" geboten. Es ift kaum möglich, die nordifchen Götter aus den Nebeln, in die ihre Geftalten längst zerfloffen find, in beftimmten künftlerifch brauchbaren Umriffen wieder hervorzu­holen. Ein Verfuch diefer Art führte höchftens zu einem kalten und leeren, deco. rativen Phantafieftücke wie eben hier. Graf Georg v. Rofen in Stockholm treibt, wie es fcheint, mit Vorliebe fchwedifche Specialgefchichte im Bild; von ihm war ein König Erich XIV." in einer nicht klar geftellten Situation, und Herr Thüre Jenffon, vom Reichstage zu Wefteräs zurückkehrend." Pecht fah diefs in dem erft­genannten Bilde, der wahnfinnige König folle von einem Geiftlichen zur Unter fchreibung einer Abdication genöthigt werden; A. W. Ambros fand darin die Verwei­gerung der Unterzeichnung eines Todesurtheiles. Ich habe mir weiter nicht die Mühe einer beftimmten Anficht über die Situation des Bildes genommen; nur die Verrücktheit des Königs, fowie die Unzuläffigkeit des fo gefafsten Moments für die richtig erwogene künftlerifche Darftellung möchte ich keinen Augenblick bezweifeln. Ein Genrebild von Fagerlin, dann drei folche von Jernberg ( ,, Markttag"," Vorbereitungen zum Feftmahle",, 12 Uhr") waren von frifcher und erfreulicher Wirkung; ein heiteres und charakteriftifches Volksbild aus heimat­lichem Land war aber insbefondere Eine Hochzeit in Blekinge" von Norden­berg, der gleich den beiden zuletzt genannten Künftlern in Düffeldorf lebt.

Die hervorragenden Landfchafter unter den Schweden, den Genremaler A. Tidemand, welcher als Profeffor in Düffeldorf wirkt, dann die Landfchafts­maler aus der norwegifchen Kunftgenoffenfchaft dafelbft habe ich bereits an anderer Stelle mit der Malerei des deutfchen Reiches mitbefprochen; dorthin gehören auch diefe Künftler nicht nur der Schule und Richtung nach, fondern in mehreren Fällen auch durch einen langjährigen Wirkungskreis. So leben von den 29 Malern, die zufammen mit 69 Bildern die norwegifche Abtheilung, befchickten, nur 12 in der Heimath; und zwar in Chriftiania: Eckersberg, v. H anno, Morten Müller, Amaldus Nielfen, Ed. Skari, J. Thurmann, Chr. Wexelfen; in Bergen: A. Askew old, Frants Boe, A. Rasmuffen, J. Lofting; in Stavanger: Benetter.

In Düffeldorf verweilen allein zehn von den Norwegern, die ausgeftellt haben: A. Tidemand, L. Munthe, N. B. Möller, A. Normann, K. Lorck, Jacob Schive, Herm. Schauche, Vinc. Lerche( der das Aquarell mit einer Reihe trefflicher Architekturftudien aus dem Drontheimer Dom, der Marienkirche in Bergen, dem Dom von Roeskilde u. f. w. vertrat), Sophus Jacobfen und E. Bodom; in Karlsruhe finden wir aufser Profeffor II. Gude noch Johann Nielfen, Frithjof Smith, Otto Sinding, And. Difen; in München lebt Knud Baade, in Paris der Schlachtenmaler P. N. Arbo. Es ergibt fich aus diefer einfachen Zufammenftellung von felbft, dafs wir die norwegifche Kunft aufser Lande, und zwar zunächft in Düffeldorf

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