Der Zeichen- und Kunftunterricht.
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An den Zeichnungen der Stuttgarter Frauenfchule ift neben der fchönen Ausführung vorzüglich die forgfame Auswahl gefchmackvoller Motive hervorzuheben.
Erwähnung verdienen auch noch die Arbeiten der Sträflinge, die in guten Studien nach Gypsmodellen, in farbigen Ornamenten, Mafchinen- und Linearzeichnungen etc. vorlagen.
Um zweckmäfsige und praktiſche Vorlagewerke hat fich, wie fchon erwähnt, die Commiffion für die gewerblichen Fortbildungsfchulen in Württemberg die gröfsten Verdienfte erworben. Für die erften Unterrichtsftufen find die von E. Herdtle verfafsten Schulen das Befte, was wir überhaupt derzeit befitzen, wofür auch die reiche Verbreitung derfelben fpricht; es fei davon hier nur die Sammlung von„ Flächenverzierungen des Mittelalters und der Renaiffance"( nach den Originalen gezeichnet von F. H.) der reizenden Motive wegen hervorgehoben. Für den Fachunterricht wurde von der Commiffion eine Serie von Vorlagen für alle Gewerbszweige herausgegeben, welche in Einfachheit und Klarheit der Darftellung fowohl als in der zweckmäfsigen Auswahl der Objecte nichts zu wünſchen übrig läfst. Die meiften Blätter enthalten neben den Zeichnungen auch für diefelben einen kurzen erklärenden Text.
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Die Vorlageblätter für technifches Freihand- Zeichnen" von P. Hölder ( meift für Eifen) find gut, aber ohne ausgefprochenen Stil. Sehr fchöne Aufgaben über Schattenlehre, Intenfitäts curven etc. enthält C. Riefs's" Schattirungskunde". Auch Guido Schreibers ,, Körperftudien" find für die erfte Stufe, um zu zeigen, wie die Plaftik dargeftellt werden foll, empfehlenswerth.„ Das Zeichnen der Stereometrie als Vorfchule zur darftellenden Geometrie" von A. Brude ift für den Uebergang vom geometrifchen Zeichnen in der Ebene zum Zeichnen im Raume ⚫der darftellenden Geometrie berechnet. Unferes Erachtens ift es denn doch beffer, die Stereometrie fogleich mit guten Lehrmitteln in der geometrifchen Projection durchzuführen, wenn diefe fortgefetzt werden foll. Die zeichnende Geometrie von G. Müller" ift ein fehr praktiſches Werkchen, durch welches der Schüler vorzugsweife im Handhaben feiner Werkzeuge gefchult wird. Die„ Sammlung naturaliftifcher Ornamente" für Zimmermaler von Ch. Kämmerer enthält hübfch gezeichnete Blätter in franzöfifchem Gefchmacke.
Als Weltblatt für die Kunftinduftrie war die Stuttgarter, Gewerbehalle" in fieben verfchiedenen Sprachen ausgeftellt.
Rühmlich hervorzuheben ift hier noch Conrad Wittwer's Verlag( Stuttgart) von architektonifchen Werken.
Baden. Das Grofsherzogthum Baden hatte fich wie in Paris 1867 auch auf der Wiener Weltausftellung im Unterrichtswefen wenig betheiligt. Den gewerblichen Fortbildungsfchulen wird in diefem Lande die befte Pflege gewidmet, und beläuft fich deren Zahl gegenwärtig auf 43; in demfelben wird jedoch weniger rein fachliche, fondern vorwiegend allgemeine Bildung angeftrebt. Auch wird feit 1870 in dem Lande für die Ausbildung des weiblichen Gefchlechtes reichlich Sorge getragen.
Es lagen nur Schülerarbeiten von der gewerblichen Unterrichtsanftalt in Carlsruhe vor. In denfelben wurden die meiſten gewerblichen Fächer repräfentirt, und verdienen davon befonders decorative Entwürfe, Gefäfse und Möbel ihres eleganten, gefchmackvollen Stiles und der exacten künftlerifchen Ausführung wegen hervorgehoben zu werden. Auch treffliche Studien nach griechifchen und orientalifchen( polychromen) Ornamenten verdienen erwähnt zu werden. Von Modellirungen war nur Weniges, zumeift Ornamentales ausgeftellt.
An Vorlagewerken lagen auf:„ Ornamentenzeichnen für Bürger- und Gewerbefchulen" von W. Tönius( Carlsruhe); die Formen bewegen fich in ver