Der Zeichen- und Kunftunterricht.
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und Franzofen und tritt nur im Ornamente das exact Nationale wieder hervor. Erwähnung verdienen auch die fehr fchönen kalligraphifchen Arbeiten. Eingehend wird auch das Zeichnen für die textilen Zwecke betrieben, wobei nur bezüglich der Farbenharmonie noch manche Wünfche übrig blieben. Auch hierin fanden fich wieder franzöfifche Blumen den Deffins untermifcht.
Das geometrifche Zeichnen wird in den Elementarcurfen fehr ausführlich genommen und auch Projectionslehre und Perfpective umfaffend gepflegt; daran fchliefsen fich dann die Fachcurfe für Bau- und Mafchinenkunde, worin nach beiden Richtungen tüchtige Arbeiten vorlagen. Weniger günftig mufs das Urtheil über das figurale Zeichnen lauten; es wird nach den Julien's Vorlagen mit Kreide auf weifsem Papier gearbeitet und zu viel Werth auf die Schattirungen gelegt. Die Gypszeichnungen waren zu lithographifch" behandelt; die Acte ohne gründliches Verftändnifs der Formen. Freilich hat das ruffifche Ornament keine figürlichen Motive in fich und bezieht fein Leben blofs durch die Farbe; allein eine Kunftſchule, wenn fie auch vorwiegend das Ornament zu pflegen berufen ift, foll nie das figurale Zeichnen hintanfetzen; für die Freiheit und Veredlung der Formen in jeder Beziehung ift das Studium der menfchlichen Geſtalt vom reichften Nutzen.
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In ganz ähnlichem Sinne arbeitet in St. Petersburg die„ Société d'encouragement des arts". Sie hatte aus ihrer Induftriefchule nur Zeichnungen der ,, Claffe de Compofition" ausgeftellt, die vorzüglich genannt werden konnten. Es waren meift Gefäfse und kirchliche Geräthe für Gold und Email, Bücherdeckel, profane und kirchliche Holzarbeiten etc., vorwiegend im byzantinifchen Stil. Auch hatte das Muſeum der Gefellfchaft eine intereffante Collection plaques emaillées" aus dem XIV. und XV. Jahrhundert als Mufter für die Schule ausgeftellt, fowie eine Sammlung von nationalen Gewändern und anderen Hausgegenständen, welche die ruffifche Volksinduftrie illuftrirten. Die von dem Inftitute herausgege. benen Nationalornamente" beziehen fich meift auf textile Kunft, und werden damit die Tendenzen der allgemeinen Reform in Rufsland verfolgt.
Neben diefen fpeciell kunftgewerblichen Schulen waren von Russland noch die technologifchen Inftitute von St. Petersburg und Moskau mit Lehrmitteln für den praktiſch- technifchen Unterricht auf der Ausftellung vertreten.
In beiden Inftituten wird neben dem Theoretifchen ein Hauptwerth auch auf die praktiſche Ausübung der verfchiedenen Fächer gelegt, und ift befonders die Moskauer techniſche Schule darnach eingerichtet, die Zöglinge in allen Zweigen des Mafchinenbaues und der Mechanik auch in der Werkstätte heranzubilden. Die Anftalt zerfällt in zwei Abtheilungen und zwar in eine allgemein wiffenfchaftliche und eine fachwiffenfchaftliche oder Specialabtheilung mit je dreijährigem Curfus. Die Lehrmittel, welche ausgeftellt waren, bezogen fich nur auf den praktifchen Unterricht in den Werkstätten, welcher ganz fyftematifch in den verfchiedenen mechanifchen Fertigkeiten der Drechslerei, Tifchlerei, Metalldreherei, Schlofferei etc. ertheilt wird. Die Schule hat darin nicht den Charakter, wie die in Frankreich exiftirenden, mittleren techniſchen Schulen( zu Châlons, Aix, Angers etc.), wo blofs techniſch gebildete Werkführer erzogen werden; fie ift lediglich Hochfchule, an welcher das Theoretifche den anderen europäifchen Hochfchulen gleichkommt, und dient der praktifche Unterricht nur zur Ergänzung des theoretifchen Wiffens. Es befteht zu diefem Behufe bei der Anftalt eine gröfsere Mafchinenfabrik mit Arbeitern auf Taglohn, welche Beftellungen auf Dampfmaſchinen, Werkzeug- Mafchinen, Pumpen und fonftige landwirthschaftliche Mafchinen annimmt und ausführt*
Es konnten leider wegen Raummangel von den einzelnen Kategorien der Lehrmittel nur Bruchtheile ausgeftellt werden, was zu bedauern war, da gerade
* Die Fabrik liefert jährlich Mafchinen bis zur Summe von 100.000 fl.; diefelbe hatte auch Objecte in der Mafchinenhalle ausgeftellt.