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Betreiben Englands die Bedingung aufgenommen worden, daß zur Einführung von neuen, für die ganze Provinz wichtigen Verbesserungen hinfort die Erlaubnis der Hohen Pforte erforderlich sein sollte ( vgl. hierüber allenthalben Rosen, a. a. O. I, S. 134 f.).
Das übrige Europa war nun vor die Frage gestellt, sollte es sich den englischen Interessen unterordnen oder demgemäß auf die Ausführung der Durchstechung verzichten. Für alle am Mittelmeere gelegenen Länder war die Leitung des Weltverkehrs mit Asien durch dieses Meer von zu großer Bedeutung, und mittelbar auch für Deutschland, als daß man diesen Verzicht hätte aussprechen können, und dies um so weniger, als man die überzeugung hegen durfte, daß diese kürzere Verbindung mit Indien auch im wohlverstandenen Interesse Englands liege, und es nur darauf ankomme, Garantien zu schaffen, welche die Beherrschung des Kanals sei es durch eine europäische Großmacht, sei es eine starke türkische oder ägyptische Macht ausschließe. Solche Garantien fand man darin, daß die Vereinigung zur Prüfung und eventuellen Durchführung des Unternehmens einen internationalen Charakter erhielt. Don freiwilliger Seite war ja, zumal in Frankreich, eifrig an der Vorbereitung des Unternehmens gearbeitet worden, eine von Enfantin gegebene Darstellung vom 28. Juni 1845( nr. 1 der Urkunden) gibt darüber nähere Auskunft; sie enthält zugleich die Namen der Männer, welche für diese Vorbereitung gearbeitet haben, und wir erfüllen einen Akt der Pietät auch ihnen gegenüber, wenn wir an erster Stelle diese Namen dem Vergessen entreißen helfen. Es sind viele junge Männer darunter, welche, getragen von Be= geisterung für die große Sache, ihr Leben eingesetzt und in großer 3ahl verloren haben. Die gepflogenen Verhandlungen führten endlich am 30. November 1846 zur Konstituierung der société d'études, worüber wir das Protokoll unter Nr. 9 geben. Getreu dem Grundgedanken, der Gesellschaft einen streng internationalen Charakter zu geben, wurden drei Gruppen gebildet, eine deutsche, eine französische und eine englische; von deutscher Seite waren die Herren Albert Dufour- Feronce und L. Sellier zugegen. Jede Gruppe sollte sich auf zehn Mitglieder durch Zuwachs bringen, und jeder Gruppe wurde ein hervor= ragender Ingenieur zugeteilt, der deutschen Negrelli, der französischen Paulin Talabot, der englischen Robert Stephenson; zugleich wurden Bestimmungen getroffen über die einstigen Gründeranteile an der zur Ausführung des Werkes zu bildenden Aktiengesellschaft. Die deutsche Gruppe ging sofort daran, sich auf die erforderliche Zahl von zehn Mit