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Urkunden zur Geschichte des Suezkanals / von Georgi und Albert Dufour-Feronce
Entstehung
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daß die Gesellschaft überhaupt nichts zur technischen Vorbereitung des Werkes getan habe; wie frivol eine solche Behauptung ist, wird durch die hier veröffentlichten Dokumente dargetan, und dann, daß Talabot einen nach Alexandria geführten Kanal mit überbrückung des Nils empfohlen habe. Nach von diesem in der Rev. d. d. mondes ver­öffentlichten Artikeln war dies aber nur eventuell geschehen, wenn nämlich die Nivellements des Isthmus ergeben sollten, daß dessen Durchstechung ohne Schleußen nicht möglich sei, und es ergibt sich aus dem Briefe Dufours vom 27. Januar 1855, daß Talabot keines­wegs die Ansicht der Société vertrat; er schreibt: Ich bin vollkommen mit Ihnen einverstanden, daß Talabots einseitige Veröffentlichung seiner Erhebung sehr voreilig gewesen, und daß der Nilkanal, wie er ihn vorschlägt, eine halbe Maßregel sein würde, an welcher ich mich weder mit meinem Namen noch mit meinem Gelde beteiligen möchte. Nur ein großer für Seeschiffe ohne Umladung zu beschiffender Kanal ist das, was dem 3wecke, den wir im Auge haben, entsprechen kann."

Auf ein doppeltes möchten wir nur noch die Aufmerksamkeit lenken: das ist einmal der Nachdruck, mit dem Dufour betonte, daß man den Kanal nicht ohne Mitwirkung der Engländer bauen dürfe ( Urkunde Nr. 79), und sodann der weite Blick, mit dem Dufour auf die Gefahren hinweist, die für Europa, zumal England, entstehen müßten, wenn der Panamakanal vor dem Suezkanal gebaut würde; so schreibt er in dem Briefe an Starbuck in London unter dem 16. Juli 1850( Urkunde Nr. 61):

If Europe allows the above mentioned works in the United States and the Canalisation of the Isthmus of Panama to be com­pleted before the Suez Canal, the centre of the worlds business is sure to be transferred from London to New York and from Europe to America pp.

Wenn es Lesseps schließlich gelungen, die société d'études und die vom Dizekönig festgestellten Gründer zur Seite zu schieben und mit welchen Mitteln dies geschehen, darüber gibt namentlich der Schluß­bericht Auskunft, den das Haus Dufour Gebr.& Co. an das Königlich Sächsische Ministerium des Innern unter dem 20. April 1861 erstattete ( Urkunde Nr. 103). Es heißt da u. a.:,,Obgleich niemand Herrn de Lesseps eine anzuerkennende große Energie absprechen kann, so dürfte auch die unverzeihliche Rücksichtslosigkeit, mit welcher er eine wirkliche Aktien­Subskription auf ein in jeder Hinsicht ungenügend vorbereitetes Unter­