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Urkunden zur Geschichte des Suezkanals / von Georgi und Albert Dufour-Feronce
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eminente Techniker, diese Aufgabe sei eine leichte. Schwierig, ja seinem Ermessen nach sehr schwierig sei es, den Platz zum Baue eines Hafens bei Tineh und die günstigste Canalmündung zu bestimmen und die Sondierung des Meergrundes, hier an der Küste sehr variabel, vor­zunehmen, zu untersuchen, wo sich Sandbänke an dem anzulegenden Hafen und an der Mündung des Canals befinden, wie und in welcher 3eit sie sich beiläufig bilden und in welcher 3eit sie am schnellsten sich ausdehnen, inwieweit die Ausströmung des Nils bei Hochwasser darauf einwirkt. Endlich wie der Hafen von Suez so zu gestalten wäre, daß auch die größten Schiffe einlaufen könnten und auf welche Art dieser Bau am zweckmäßigsten vorzunehmen wäre.

Ich erklärte ihm, daß die Studien, welche wir machen wollten, diejenigen wären, welche die verläßliche Beantwortung der von ihm weise und richtig gestellten Fragen möglich machen.

Hierauf erwiderte er, daß er mir mit größter Freude die Be= willigung zur Vornahme der von mir ihm erklärten Studien erteile, daß er mich unter solchen Verhältnissen willkommen heiße und daß er bereit sei, uns in jeder Hinsicht zu unterstützen, daß er selbst alles bieten wolle, was die Förderung eines Unternehmens, wie so wichtige Studien, bezwecken könne. Er würde die Weisung geben, daß man mir in jeder Beziehung gewähre und wünsche mir Glück zum guten Erfolge. Er stellte jedoch die Bedingung, daß man ihm nach vollendeter Arbeit, eine Copia derselben und eine kleine schriftliche Erklärung übergeben müsse. Hier wagte ich keine Antwort zu geben, denn diese Forderung Alis überstieg die mir von E. Hochwohlgeboren erteilten Instruction bei weitem. Ein Blick von Linant Bei, an den ich durch dero Instruction angewiesen bin, bestimmte mich zu handeln. Ich erwiederte daher, daß es mir Ehre sein werde, ihm mit Ihrer Bewilligung, die ich wohl erwarten dürfte, eine Copia unserer Arbeiten vorzulegen. Er erklärte hierauf, daß er unbedingt selbst den Bau des Canals unternehmen wolle und würde, Europa besonders aber Oesterreich solle ihm brave Ingenieure senden, er wolle sie so bezahlen, wie nur immer ein Staat Europas ihre Dienste lohnen könne, aber bauen müßte er selbst. Bevor er den Bau beginnen werde, wünsche er, daß die Großmächte Europas ihm eine Garantie bieten, daß keine Macht derselben von Sonder­interessen je geleitet sein Werk an sich ziehen wolle oder sich ein Monopol zu erstreben suche, sondern daß der Canal der ganzen Welt eröffnet werde, daß jeder nach seinen Verhältnissen einen gleichen Anteil an den Vorteilen die der Canal bieten würde genießen sollte. Der nuken