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Urkunden zur Geschichte des Suezkanals / von Georgi und Albert Dufour-Feronce
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aber der ihm gebühre, den er aus der Unternehmung ziehen wolle, werde gewiß ein nur billiger sein und sein Werk werde das Gepräge der Cosmopolitik tragen. Ich erlaubte mir hier keine Antwort und sprach nur meinen Dank wiederholt für die so gnädige Bewilligung meines Ansuchens aus. Er sagte er hätte sehr unliebsam durch Journale und von andern Seiten erfahren, daß sich in Europa eine definitive Gesellschaftsverbindung gebildet hätte, welche beabsichtige den Canal bauen zu wollen; er könne und wolle dies nicht glauben, da ein solches Derfahren zeige, man wolle versuchen auf was immer für eine Art sich die Baubewilligung zu erzwingen und habe in der Voraussetzung, daß dies möglich sei, voreilig gehandelt. Hege man diesen Glauben, so tenne man ihn und Egypten zu wenig, denn er besitze die Mittel, welche jeden 3wang oder die Erschleichung einer Baubewilligung zurückzuweisen im Stande seien. Linant Bei habe ihn zwar versichert, er glaube durchaus nicht an das Bestehen einer solchen Gesellschaft, er selbst aber verlange von mir zu wissen, ob eine derartige Societé sich gebildet habe oder nicht. Ich versicherte S. Hoheit mit Bestimmt­heit daß eine solche Baugesellschaft nicht bestehe und daß für dies nicht bestehen, auch noch der Beweis gelten könne, daß man erst jetzt die Studien machen wolle, ob und wie über­haupt ein Canal von Suez nach Tineh zu führen sei. Der Vice­König drückte nur seine vollste Zufriedenheit gegen Linant Bei aus und nahm lächelnd mehrere Belobungen die ich mir über den Bau des Nildammes, die Lieblingsidee M. Alis auszusprechen erlaubte, an. Ich erwähnte noch die Ausführung eines Werkes wie der Bau des Canals von Suez, welches die Pharaonen begonnen, dessen Insleben­treten Napoleon im Erkennen von dessen Wichtigkeit beabsichtigt, nur in den Händen S. Hoheit liege und daß ganz Europa die feste Ueber= zeugung hege, daß dieses seit Jahrhunderten größte Werk während seiner tatenreichen Regierung begonnen und zum Nutzen der Welt ausgeführt werden würde, daß die Förderung dieses Werkes ihm den Dank der spätesten Nachwelt sichere, ihn unsterblich machen werde. Hiermit hatte die Audienz ihr Ende und ich wurde sehr gnädig ent­lassen. Linant, der mit mir nach Cairo zurückfuhr, war so gütig, meine Handlungsweise während der Audienz lobend anzuerkennen und sagte, daß nur so unser Werk gefördert werden könne. Ich habe E. Hoch­wohlgeboren hier alles umständlich berichtet, habe ich nicht Dero besten Ermessen gemäß gehandelt, so bedaure ich es tief, denn mein Wille war der beste, meine Stellung aber schwierig; habe ich mir Dero