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Urkunden zur Geschichte des Suezkanals / von Georgi und Albert Dufour-Feronce
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Mit Bedauern werden Sie ersehen haben, daß Herr Jules Talabot, der älteste der drei Brüder, der welcher immer meinen Vetter Arlès­Dufour so viel neckte, in Prozesse verwickelt ist gebe Gott, daß er sich mit Ehren aus der Sache ziehe; es würde sehr unangenehm sein, wenn er wie so viele in Frankreich nicht rein aus dieser Geschichte hervorgehen sollte, und nun ist es doppelt zu bedauern, daß die fran­zösische Gruppe nicht wie die unsrige sofort constituirt worden ist; denn wären zehn ehrenhafte Namen aufgeführt, so hätte es nicht viel auf sich, wenn einem unter ihnen ein Makel aufgedrückt wurde; so aber besteht die ganze französische Gruppe bis jetzt aus drei Tala­bots, Enfantin und Arlès und fällt dem Namen Talabot etwas un­angenehmes zur Last, so verliert die ganze Gruppe leicht ihr Gewicht.

Wir wollen übrigens das beste hoffen und ich spreche auch nur gegen Sie meine Besorgnis aus, welche ich nicht einmal gegen meinen hiesigen Collegen außer Sellier erwähnte. Der Zustand der Dinge ist aber in Hinsicht auf Corruption so traurig in Frankreich, daß man nie ohne Besorgnis sein kann.

Dieser Tage war Richard Cobden der bekannte Verfechter des Freihandels hier; ich bin schon lange mit ihm befreundet und sprach, da er in Egypten gewesen und mit den dortigen Verhältnissen bekannt ist, mit ihm über die Suez Angelegenheit.

Er sagt, er sei überzeugt, der Canal sei als technische Arbeit nicht schwer; das bedenkliche sei, daß der Monsoon( ein heftiger Süd Ost Wind) während 6-7 Monaten jährlich alles Auslaufen aus dem roten Meere unmöglich mache, daher glaube er, es werde, auch wenn der Canal hergestellt sei, meistens den Schiffen besser passen, um das Tap der guten Hoffnung zu fahren, als durch das Mittelmeer und den Canal. Ob dies seine eigene Meinung sei oder ob er sie nur anderen nachredet, konnte ich nicht beurteilen; überhaupt vermied er, gründlich auf Er­örterung der Suezfrage einzugehen. Ich befürchte, in Cobdens Aeußerun­gen die Bestätigung von dem zu finden, was ich stets erwartete; näm­lich, daß man in England durch den Canal den englischen Handel beeinträchtigt zu sehen fürchtet und daß von dorther dagegen intrigirt werden dürfte. Es wäre sehr wichtig, durch geschickte und sehr vor­sichtige Federn in den öffentlichen Blättern die Frage vom Canal mit ihren Vorteilen für alle europäischen Länder beleuchten zu lassen und besonders die günstigen Punkte für England hervorzuheben. Es müßte vor allem die Intention bei dieser Behandlung der Sache ver­borgen sein. Als Hauptmomente zu Gunsten Englands wäre haupt­