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Urkunden zur Geschichte des Suezkanals / von Georgi und Albert Dufour-Feronce
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sächlich hervorzuheben, daß manche Artikel Ost Indiens, welche jetzt ihres Volumens wegen die Tonkurrenz mit Erzeugnissen anderer Länder nicht ertragen können, durch den Canal marktgängig werden würden, daß solche Artikel besonders in den zahlreichen Häfen des mittel­ländischen Meeres viel billiger als bisher zu liefern sein würden; besonders aber wäre der Vorteil zu erwähnen, daß von den Jonischen Inseln und Malta in 4 Wochen engl. Truppen in Ostindien eintreffen könnten, von Gibraltar und England in 6 Wochen, während um das Cap ebensoviel Monate erforderlich wären; durch diese leichtere Zu­gänglichkeit würde aber für England eine viel größere Sicherheit erreicht, in allen Eventualitäten seinem Ostindischen Reiche rasche und kräftige Hülfe zugehen zu lassen.

Können Sie vielleicht einen solchen Artikel im österreichischen Llond veranlassen? Unser ganzes Bestreben muß nun sein, der Suez An­gelegenheit in England Freunde zu verschaffen, denn von dorther befürchte ich die einzigen sehr gefährlichen Schwierigkeiten. Die technischen Schwierigkeiten, der Pascha, die Pforte, sind alle mit Geld zu überwinden, aber englische Opposition nur durch Ueberzeugung also müssen wir trachten, auf die Meinung der Engländer ein­zuwirken, das ist aber nicht ganz leicht, denn es ist nicht zu leugnen, daß ihnen der Canal in manchen Beziehungen zwar unbezweifelten mittelbaren Nutzen durch Einführung des Reichtums ihres Ostindischen Reiches bringen wird, aber in den Augen derjenigen Leute, welche nur die unmittelbaren Folgen beurteilen, manchen Handelszweig gefährden dürfte.

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Ist es gegründet, daß Ihre Eisenbahn Anlagen so rasch vorwärts schreiten, daß Sie gesonnen sind ausnahmsweise neue Beziehung von englischen Schienen zu machen? Man sagte mir neulich, die öster­reichischen Werke könnten den großen Bedarf für dieses Jahr nicht gewachsen sein, und es solle eine Lieferung über Hamburg contrahirt werden. In diesem Falle wollte einer meiner Geschäftsfreunde An­träge wegen Seeschiffe und Elbschiffsfracht stellen. Sie würden mich verbinden, mich wissen zu lassen, ob das besagte Gerücht begründet ist oder nicht und im Falle es begründet wäre, auf welches Quantum sich die Beziehung belaufen dürfte, damit mein Freund seine Berech= nungen anstellen könnte.

Aufrichtig ergeben bitte ich mich Ihrer Frau Gemahlin hoch= achtungsvoll zu empfehlen. A. Dufour- Feronce.