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Urkunden zur Geschichte des Suezkanals / von Georgi und Albert Dufour-Feronce
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verdenken könnte, dann zieht sich die ganze deutsche Gruppe mit zurück und dann fällt die ganze schöne Idee zusammen! Wenn es noch zu redreßieren ist, ich meine mit Ihren hohen Staatsbehörden, so bitte ich Sie inständig, reisen Sie jetzt noch vorläufig nach Paris und Nimes, um Kenntnis von Bourdaloues Arbeiten zu nehmen und nach Rücksprache mit den in Egypten gewesenen Technikern um mit Enfantin und Talabots zu entscheiden, ob Sie es für geraten halten, die Reise nach Egypten zu unternehmen oder nicht zu dieser Ent­scheidung müssen Sie allein kommen, ohne zu viel Gewicht auf Talabots Urteil zu legen. Es ist nämlich in dieser Sache ent= schieden etwas jalousie de metier. Talabot wünscht lieber die Sache verschoben, eventuell vielleicht gefährdet zu sehen, als daß die Ehre des Avantprojet gemacht zu haben, ihm entgehen sollte. so scheint es mir wenigstens und ich wünschte, daß Sie sich selbst durch eine persönliche Unterredung mit den Häuptern der französischen Gruppe überzeugen könnten, ob ich denselben mit diesem Verdachte zu nahe trete. Die Franzosen haben seit Bildung der Société d'études eine schlechte Rolle gespielt und ihre National- Eitelkeit will es nicht zu­lassen, daß auch unser Ingenieur en chef der erste auf dem Plaze sei. Ich kenne meine Pappenheimer, sie gefährden lieber die ganze Sache, als die zweite Violine dabei zu spielen.

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Einliegend erhalten Sie mein Konzept zu der Antwort auf En­fantins letzten Brief; aus diesem ersehen Sie am besten, wie ich denke. Ich würde mich innig freuen, wenn ich Sie erst zu der Reise wenigstens nach Paris und Nimes bestimmen könnte. dan Aufrichtig ergeben

A. Dufour- Feronce.

An Negrelli.

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Leipzig, 5. februar 1848.

Verehrtester Herr und Freund!

Einliegend überreiche ich Ihnen Ihrem Wunsche gemäß den mir mitgeteilten Entwurf zu einem Artikel für die Veröffentlichung, mit welchem ich vollkommen einverstanden bin. Obgleich ich selbst gar kein Bedenken gegen die Veröffentlichung habe, glaube ich aber doch, daß Enfantin und die ganze französische Gruppe lieber sehen würden, wenn jede Besprechung der Angelegenheit für jetzt unterbliebe. Wir brauchen uns zwar an diese Furcht vor der Oeffentlichkeit nicht

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