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zu fehren, ich wollte Sie jedoch darauf aufmerksam machen, es Ihren besseren Ermessen anheim stellend, definitiv zu entscheiden. Französische Veröffentlichungen schaden alle male, weil sie immer geeignet sind, englische Eifersucht zu erregen ich bin aber stets der Ansicht gewesen, daß die Anregung der Suez Angelegenheit in allen Deutschen oder Italienischen und Schweizer Blättern ohne alle politischen Anspielungen und mit Dermeidung jedes Wortes, wodurch in England angestoßen werden könnte, nur günstig wirken könne.- Enfantin war entgegengesetter Meinung wahrscheinlich weil er als Franzose teinen Begriff haben kann, wie wir Deutsche uns in der Tagespresse auf den Standpunkt des Cosmopolitismus mit volltommener Entäußerung einer nationalen Partei- färbung zu erheben wissen und wie diese politische Farblosigkeit dem Interesse der Leser keinen Eintrag tut. Die Franzosen und Engländer sind bei Behandlung irgend einer Angelegenheit unfähig sich auf diesem Stand= punkte der Objektivität zu erhalten, da ihr subjektives Nationalgefühl sich stets wieder hervordrängt und daher leicht das Gefühl anderer fonfurrirender Völker verletzt.
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Meine Ueberzeugung ist, daß Triest der natürliche Sitz der Central- Direktion des Suez- Canals wäre und ich glaube, es wird früher oder später dazu kommen. Sie werden sich auch entsinnen,
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daß ich diese Ansicht vor langer 3eit in einem Schreiben an Enfantin entwickelte. Jetzt aber glaube ich ist das Band, welches unsere drei Gruppen bindet noch zu locker, um darauf hinzuwirken, dieses Ziel zu erreichen. Lassen wir erst die Dampfboot- Linien von Triest nach Alexandrien, sowie die neue jetzt bald in's Leben tretende Overland Mail durch die deutschen Eisenbahnen Wurzel fassen und dann wird sich die Sache von selbst gestalten; das Journal des österreich. Clond zum Organ der deutschen Gruppen zu wählen, scheint mir sehr an= gemessen, nur möchte ich die Leipziger Allgemeine Zeitung, welche warme Verfechterin des freien Handels ist und daher vom Anfange an die Suez- Angelegenheit vertreten hat, für Nord- Deutschland, wo das Journal des Lloyd wenig gelesen wird, zum selben 3wecke empfeh= len. Wenn Sie mir daher in etwa 8 Tagen nichts Gegenteiliges schreiben, würde ich einen dem Jhrigen ähnlichen Artikel in dieses Blatt sehen lassen.
Aufrichtig und mit wahrer Hochachtung ergeben
A. Dufour- Feronce.