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Urkunden zur Geschichte des Suezkanals / von Georgi und Albert Dufour-Feronce
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Sie

Dor wenigen Tagen war ich in Frankfurt; das Parlament geht gut. Die äußerste Rechte und die äußerste Linke sind schwach, die große Mehrheit aber für Ordnung und ruhigen Fortschritt werden aber erleben, daß die äußerste Linke, 3iz, Ruge, Blum etc. sobald sie sich bei der jetzt vorliegenden Frage über die Central Gewalt in Minorität befinden werden, durch Vermittlung des Straßen­Pöbels mit Knütteln und Flinten trachten werden, zu ertrozen, was sie durch Ueberzeugung nicht erlangen konnten! So trostlos die fran­zösischen Zustände sind und so wenig Glauben Enfantin und unsere übrigen Freunde an deren Bestand haben, so ist doch Enfantin durch einen vor nicht langer Zeit erhaltenen Brief voller Hoffnung wegen Suez gebe Gott, daß er in seinen Hoffnungen begründet sei. Er scheint mir die Ansicht zu haben, daß Suez in einer vielleicht nicht zu fernen 3eit ein Ziel abgeben könnte, wohin die in Europa schwer zu beschäftigenden Arbeitskräfte der Proletarier abgelenkt werden könnten ich fürchte hierbei nur den Einfluß des Klimas, welches dem Europäer wahrscheinlich nicht gestattet, anhaltend schwere Arbeit zu verrichten.

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Die Handelskammer der jungen Republic von St. Marco scheint mir die auf die letzte Einzahlung für dieselben verlangten fr. 500­nicht erstatten zu wollen; wenigstens befindet sich mein Haus dieserhalb schon seit 3 Monaten in Vorschuß und ohne Erwiederung auf mehrere Briefe.

Dor einigen Tagen hörte ich von unserem gemeinschaftlichen Freunde Herrn Hirzel, daß Hr. v. Effinger von seinem Posten in Wien abberufen sei, es sollte mir dies, besonders meiner Cousine der Frau von Effinger wegen, ungemein leid tun, da es ihr gewiß sehr schwer werden würde, wenn sie Wien verlassen und in die Schweiz ziehen sollte.

Wie geht es denn mit der Schweizer Nordbahn? Die Route von Zürich nach Baden wird auch unter gegenwärtigen Verhältnissen nicht viel nutzen geben.

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Aufrichtig der Ihrige

Dufour.

Ich wünsche Ihnen zu der hohen Stellung im Ministerium von Herzen Glück; jetzt wünsche ich dem Staate mehr Glück zu solchen Beamten wie Sie, als daß ich Männer von Ihrem Werte um die Stellung auch sogar die Minister- Stellung im Staatsdienste beneide. Gott mit Ihnen.