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Urkunden zur Geschichte des Suezkanals / von Georgi und Albert Dufour-Feronce
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ECHN

HN MUSEURS

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BIBLIOTHEK

An Martin Escher, 3ürich, Königl. sächs. Consul.

Derehrter Herr!

WIEN

Leipzig, 29. August 1848.

Ich glaube, Arlès hat Ihnen schon ein Wort über den großen Plan gesagt, der uns und eine Anzahl Freunde in Deutschland, Egypten, England und Frankreich schon seit Jahren im stillen beschäftigt hat, der aber jetzt anfängt eine Gestalt zu gewinnen, die bald praktisch werden dürfte, nachdem wir selbst die Sache bisher mehr als einen undeutlichen Traum betrachteten, als das 3utragen des ersten Grund­Steines zu einem Gebäude, dessen Errichtung vielleicht unsere Enkel erst erleben würden.

Es handelt sich um die Anlage eines Schiffscanals über die Landenge von Suez. Einliegendes kleine Memoire ist ein Auszug der dieserhalb an den Fürst Staatskanzler von Metternich gerichteten Mitteilung, welche auf dem Johannisberg jetzt durch Herrn Alexander von Humboldt bevorwortet wird und bei Rückkunft des Fürsten durch bedeutende in seiner Umgebung befindliche Männer unterstützt werden wird. Herr von Effinger, der Schweizer Geschäftsträger in Wien, ist von der Sache durch einen unserer Freunde, Herrn Sellier, unterrichtet, welchen ich mir erlaubte an ihn zu weisen, weil die Frau von Effinger meine Cousine ist und ich mir daher auch unbekannter Weise er= lauben konnte, mich schriftlich an ihn zu wenden. Mit Herrn von Effinger können Sie daher ganz offen über die Angelegenheit sprechen, mit andern bitte ich die Sache gar nicht oder doch nur sehr vor= sichtig zu berühren, weil man sich wohl hüten muß, dieselbe ans Licht zu bringen, ehe man sich der Protektion der europäischen Groß­mächte, ohne deren Schutz die Sache unausführbar bleibt, ver= sichert hat.

Technisch sind die Vorarbeiten schon sehr weit gediehen. Wir besitzen genaue Risse, Profils und detaillirte Anschläge etc., alle diese Arbeiten sind von Linant, Oberingenieur des Pascha, welcher seinen 18 jährigen Aufenthalt in Egypten zum großen Teil dazu benutzte, diese seine lieblings Idee zur Reife zu bringen.

Die Pläne sind Stephenson in England und Talabot in Frankreich vorgelegt worden und beide haben sich mit denselben, in so weit ihnen